Gruß aus Berlin

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Archiv für März, 2008

31. März 1900: Eröffnung des ersten Berliner Gewerkschaftshauses

Verfasst von antiquar am 31.3.2008

Als eines der ersten Gewerkschaftshäuser entstand Ende des 19. Jahrhunderts das von ihrem ersten Geschäftsführer die “rote Burg am Engelufer” genannte Gebäude. Ziel war es zum einen, den Arbeitern ein eigenes Haus zur Vertretung ihrer Interessen zu geben. Zum anderen sollte das Haus zu einem Zentrum des Berliner Gewerkschaftslebens werden. Der wohlhabende Physiker und Sozialdemokrat Martin Leo Arons stellte das nötige Kapital für den Grundstückskauf zur Verfügung, als Bauherr trat die von dreißig Gewerkschaftsorganisationenen gegründete “Gesellschaft Gewerkschaftshaus” auf.

Die Architekten Konrad Reimer und Friedrich Körte entwarfen einen dem Späthistorismus zuzuschreibenden reich verzierten Backsteinbau, bestehend aus Vorderhaus, Seitenflügel und zwei Quergebäuden. Dieser muß schon 1907 wiederum von der Societät Reimer & Körte erheblich erweitert werden.

Das Vorderhaus war für die Büros der Berliner Gewerkschaftskommission und der über neunzig nicht in Zentralgewerkschaften organisierten Einzelgewerkschaften vorgesehen. Auch der zentrale Arbeitsnachweis, ein Restaurant und zwei Ladengeschäfte befanden sich hier. Das erste Quergebäude war mit Kegelbahnen, Versammlungsräumen und Sälen für bis zu 1.000 Personen ausgestattet. Im zweiten Quergebäude gab es Gästezimmer für reisende Gesellen und Gewerkschaftsfunktionäre, eine Obdachlosenonunterkunft für Arbeitslose sowie Küche, Badeanstalt und Waschküche. 

Am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften verboten, das Gewerkschaftshaus von der SA besetzt. Das Vermögen der Gewerkschaften wurde auf die am 10. Mai gegründete nationalsozialistische Deutsche Arbeitsfront (DAF) übertragen. Diese nutzte das Haus, welches in “Haus der deutschen Arbeit” umbenannt wurde, bis zum Kriegsende 1945. 

Nun diente das Gebäude - wie auch schon im Ersten Weltkrieg - als Notkrankenhaus, dann bis Anfang der neunziger Jahre als Krankenhaus Mitte. Das Institut für Tropenmedizin war bis 1997 hier zu Hause, anschließend wurde von einem privaten Investor das unter Denkmalschutz stehende Ensemble saniert und ist jetzt ein Wohn- und Gewerbeobjekt.

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Es war einmal: Magnetbahn in Berlin

Verfasst von antiquar am 30.3.2008

Die M-Bahn in Berlin, abgekürzt für Magnetbahn war ein Projekt der achtziger Jahre in West-Berlin. Der Senat von Berlin beschloss 1980 den Bau einer Versuchsanlage. Im Juni 1984 konnte der Probebetrieb auf einer 600 Meter langen Teststrecke ohne Passagiere erfolgen. Diese führte vom Untergeschoß des U-Bahnhofs Gleisdreieck bis zur Tunneleinfahrt Höhe Bernburger Straße. Genutzt wurde die bestehende, wegen der Teilung der Stadt in diesem Abschnitt außer Betrieb befindliche Trasse der U-Bahn. Der Vorteil dieser Streckenführung war, dass ein Planfeststellungsverfahren nicht erforderlich wurde. Für die Weiterführung der Magnetbahnlinie in Richtung Kemperplatz, zur Philharmonie, mußte jedoch zeitaufwändig ein solches durchgeführt werden.

Zur 750-Jahrfeier Berlins im Jahre 1987 sollte eigentlich der Passagierbetrieb auf der 1,6 km langen Referenz- und Demonstrationsstrecke zwischen U-Bahnnetz und Kulturforum aufgenommen werden. Im April 1987 fielen jedoch zwei von vier Fahrzeugen einem Brandanschlag zum Opfer. Da mit den verbliebenen Fahrzeugen auch nach Reparatur der beschädigten Trasse ein regelmäßiger, zuverlässiger Betrieb nicht geleistet werden konnte, wurde die Eröffnung verschoben. Am 26. Oktober 1988 fand erstmals der Fahrbetrieb mit Passagieren statt. Ein Betriebsunfall führte zu weiteren Verzögerungen: Ein unbemannter Zug fuhr im Bahnhof Kemperplatz über das Streckenende hinaus und durchschlug die Glaswand des Bahnhofsgebäudes. Im Sommer 1989 ging die Teststrecke in den regulären, immer noch kostenlosen Fahrbetrieb, doch schon im November 1989 deutete sich das Ende an: Nach Öffnung der Grenzen war die M-Bahn ein Hindernis für die Aufnahme des U-Bahnverkehrs der U-Bahnlinie U2 auf dem Teilstück zwischen Gleisdreieck und Potsdamer Platz.

Der Senat genehmigte den Weiterbetrieb bis 1991. Damit sollte den Betreibern die Möglichkeit gegeben werden, eine Zulassung für den öffentlichen Personennahverkehr zu erhalten. Nach Erreichen der hierfür erforderlichen 100.000 km im Fahrgastbetrieb wurde am 18. Juli 1991 die Zulassung erteilt. Ab diesem Tag fuhr die M-Bahnlinie 1 zum normalen BVG-Tarif, bis schon nach wenigen Tagen am 31. Juli der Betrieb eingestellt wurde.

Überlegungen, den Flughafen Schöneberg, den Flughafen Tegel oder die Wasserstadt Spandau mit einer Magnetbahn anzubinden wurden schnell wieder aufgegeben. Alle anderen Interessenten, unter anderem aus Japan und Amerika sowie der Frankfurter Flughafen, entschieden sich aus unterschiedlichen Gründen gegen die M-Bahn.

Sie hatte bei geringerer Geräuschentwicklung einen niedrigeren Energieverbrauch als ein U-Bahnzug, bei einer Höchstgeschwindigkeitvon 80 km/h. Nach Herstellerangaben sind die Kosten für den Trassenbau wesentlich geringer als für eine Schienentrasse, bei größerer Flexibilität. Dennoch erinnert heute in Berlin nichts mehr an dieses innovative System.

Von August 1991 bis zum Februar 1992 wurde die Strecke demontiert und eingelagert, da man eine Weiterverwendung zunächst beabsichtigte. Anschließend wurde der Lückenschluß der U-Bahnlinie U2 angestrebt. Zunächst gab es im Wiedervereinigten Berlin zwei Linien dieser Bezeichnung, nämlich von Mohrenstraße zur Vinetastraße und von Wittenbergplatz zur Krummen Lanke. Zeitgleich mit einer Umsortierung im Kleinprofilnetz der U-Bahn wurden die beiden Teilstücke verbunden, nun fuhr die U2 von Vinetastraße bis Ruhleben.

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26. März 1898 - Deutsche Orient-Gesellschaft beginnt Ausgrabungen in Babylon

Verfasst von antiquar am 26.3.2008

Unter der Leitung des Archäologen Robert Koldewey beginnen in Babylon Ausgrabungen, die bis 1917 andauern. Dann werden sie wegen des Ersten Weltktieges abgebrochen.

Auftraggeber der Grabungen ist die Deutsche Orient-Gesellschaft, die 1898 eigens für die Förderung der Erforschung von Geschichte und Kulturen des Vorderen Orients und die Verbreitung von diesbezüglichen Forschungsergebnissen gegründet wurde. Initiator und Finanzier ist zunächst - neben anderen wohlhabenden Kunstmäzenen - James Simon. Er leitet auch die Deutsche Orient-Gesellschaft in enger Zusammenarbeit mit Wilhelm von Bode, dem Direktor der Berliner Museen. Ab 1901 übernimmt Kaiser Wilhelm II. das Protektorat über die Gesellschaft

Während der Ausgrabungen in Babylon werden zahlreiche bedeutende Bauwerke freigelegt, darunter das im Vorderasiatischen Museum auf der Museumsinsel ausgestellte Ischtar-Tor, die Prozessionsstraße und die Thronsaalfassade des Königs Nebukadnezar II.

Diese können im Rahmen der Dauerausstellung besichtigt werden, Donnerstags von 18.00 bis 22.00 auch bei freiem Eintritt. Da vom 26. Juni bis 5. Oktober 2008 die Sonderausstellung “Babylon. Mythos und Wahrheit” zu sehen ist, muß in diesem Zeitraum auch Donnerstagabends Eintritt gezahlt werden.

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Geboren am 25. März

Verfasst von antiquar am 25.3.2008

1835: Adolph Wagner, Ökonom, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt-Universuität).

1836: Julius Weingarten, Mathematiker und Professor an der Berliner Bauakademie und der Technischen Hochschule Charlottenburg (heute TU Berlin).

1844: Adolf Engler, Botaniker und Herausgeber botanischer Standardwerke Von 1889 bis 1921 Direktor des Botanischen Gartens, wo sich auch seine Grabstätte befindet.

1904: Johann Baptist Gradl: Politiker der CDU, Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte sowie Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen. Ehrenbürger Berlins.

1905: Adolf Hennecke, Bergmann, “Normbrecher” und Mitglied des Zentralkomitees der SED. Adolf Hennecke wurde von der SED ausgewählt, um in einer sorgfältig geplanten Schicht die Arbeitsnorm um ein mehrfaches zu übertreffen. Dies geschah mit dem Hintergedanken eine Aktivistenbewegung (Hennecke-Bewegung) zu schaffen, die die Werktätigen zu mehr Leistung ohne Lohnausgleich treibt.

1905: Mertz von Quirnheim, Stabschef der Allgemeinen Heeresamtes im sogenannten Bendlerblock. Beteiligter am Widerstand und Mitverschwörer des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944.

1909: Maria Gräfin von Maltzan half während des Nationalsozialismus unzähligen Kommunisten, Juden, Flüchtlingen und anderen Verfolgten durch Fluchthilfe und andere Unterstützung. Sie wurde als Gerechte unter den Völkern geehrt.

1914: Rolf Schwedler, Senator für Bau- und Wohnungswesen von 1955 bis 1972. In seine Amtszeit fielen herausragende Bauprojekte wie die Interbau und der Wiederaufbau Westberlins, aber auch der Abriß des Anhalter Bahnhofs und des Görlitzer Bahnhofs. Nach der Affäre um den Steglitzer Kreisel, in die er verstrickt war, zog er sich aus der Politik zurück. Aufgrund seiner Verdienste erhielt er ein Ehrengrab auf dem Städtischen Friedhof Wilmersdorf.

1930: Ben Wagin, Aktionskünstler und Initiator des Parlament der Bäume.

1938: Dietrich Stobbe, 1977 bis 1981 Regierender Bürgermeister von Berlin. Als von ihm als Nachfolger für infolge des Garski-Skandals zurückgetretene Senatoren vorgesehene Personen keine Mehrheit im Abgeordnetenhaus finden, stellt er sein Amt zur Verfügung.

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Gestorben am 25. März

Verfasst von antiquar am 25.3.2008

  • 1929: Bruno Möhring. Der Jugendstil-Architekt ist mit einigen Bauten in der Berliner Denkmalliste vertreten. So stammen von ihm Die U-Bahnstation Bülowstraße, die Inneneinrichtung einer Apotheke in der Rheinstraße, sowie einige Brückenbauten, Wohnhäuser und die Neugestaltung der Dorfkirche Marienfelde. Bruno Möhring ist in einem Ehrengrab in Marienfelde beigesetzt. 
  • 1933: Der Trick- und Varietékünstler Erik Jan Hanussen wird von der SA ermordet, vermutlich weil er belastende Interna der SA kannte und führende Nationalsozialisten kompromittieren konnte.

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24. März im 18. Jahrhundert

Verfasst von antiquar am 24.3.2008

  • 1723: Johann Friedrich Adolf von der Marwitz wird geboren. Gegen Ende des siebenjährigen Krieges wird Major von der Marwitz von König Friedrich II. mit einem eroberten Schloß beschenkt und erhält den Auftrag, dieses auszuplündern. Von der Marwitz erwidert auf den Befehl, dies gehöre sich nicht für einen preußischen Offizier seines Ranges, und er ersucht um seinen Abschied aus der Armee. Dadurch bei Friedrich dem Großen in Ungnade gefallen starb er schließlich völlig verarmt. Die Inschrift seines Grabsteines lautet: “Sah Friedrichs Heldenzeit und kämpfte mit ihm in all seinen Kriegen. Wählte Ungnade, wo Gehorsam nicht Ehre brachte”.
  • 1756: König Friedrich II. erläßt eine Circular-Ordre, in der die preußischen Beamten aufgefordert werden, den Kartoffelanbau in Preußen durchzusetzen. Die Bauern weigerten sich über Jahre hinweg, freiwillig das unbekannte Gemüse anzubauen, obwohl Saatgut umsonst verteilt wurde. Friedrich der Große erkannte die Kartoffel als eine Möglichkeit, häufigen Hungersnöten zu begegnen, auch unter dem Aspekt der schnell wachsenden Bevölkerung. Im “Kartoffelbefehl” wird der Anbau und die Pflege der Pflanzen auf jeder freien Fläche gefordert.

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24. März im 19. Jahrhundert

Verfasst von antiquar am 24.3.2008

  • 1852: Der Deutsche Bankier Alexander Schoeller wird geboren. 1884 wird er persönlich haftender Gesellschafter der Disconto-Bank und bleibt es bis zu seinem Tod 1911.
  • 1882: Robert Koch veröffentlicht seine Entdeckung des Tuberkuloseerregers.
  • 1889: Der Tonfilmpionier Joseph Massolle wird geboren. Gemeinsam mit Jo Engl und Hans Vogt führt er 1922 erstmals einen Film nach dem Lichttonverfahren vor.

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24. März im 20. Jahrhundert

Verfasst von antiquar am 24.3.2008

  • 1909: Alfred Messel stirbt in Berlin. Der Baumeister zahlreicher Berliner Villen und Wohnbauten ist vor allem mit seinen Warenhäusern in die Architekturgeschichte eingegangen. Von ihm stammt das am Leipziger Platz erbaute, im Zweiten Weltkrieg zerstörte Warenhaus Wertheim.
  • 1933: Das am Vortag vom Reichstag beschlossene Ermächtigungsgesetz tritt in Kraft.
  • 1971: Der vom Bauhaus beeinflußte Designer und Architekt Arne Jacobsen stirbt. In Berlin baute er im Zuge der Internationalen Bauausstellung Berlin 1957 Interbau Häuser im Hansaviertel.
  • 1976: Feldmarschall Bernard Montgomery, als Befehlshaber der britischen Besatzungskräfte Repräsentant Großbritanniens im Alliierten Kontrollrat, stirbt.

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23. März

Verfasst von antiquar am 24.3.2008

  • Berliner Dom1831: Wilhelm Sauer, einer der bedeutendsten Orgelbauer des 19. Jahrhunderts wird geboren. Er baut die Orgel des 1905 geweihten Berliner Domes. Die Orgel wird 2006 umfassend saniert und entspricht immer noch dem technischen Zustand des Baujahres.

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  • 1912:  Der Raketen- und Raumfahrtpionier Wernher von Braun wird geboren. Ab 1929 arbeitet er in Berlin an der Konstruktion von Raketen mit Flüssigkeitstriebwerken.
  • 1933: Das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich, besser bekannt als Ermächtigungsgesetz, wird vom Reichstag in beschlossen. Dieses Gesetz ermöglicht es der Reichsregierung unter Adolf Hitler, ohne Beteiligung des Parlamentes Gesetze zu erlassen. Dies gilt ausdrücklich auch für den Fall, dass die Gesetze gegen die Reichsverfassung verstoßen.

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Schinkels Bauakademie - Finanzierung möglich

Verfasst von antiquar am 23.3.2008

Nachdem sich in den letzten Jahren recht wenig tat - der Wille zum Wiederaufbau der Bauakademie ist vorhanden, das Geld fehlt - meldet sich nun ein möglicher Geldgeber. Der Unternehmer Hans Wall möchte laut Berliner Morgenpost rund 20 Millionen Euro investieren, hat aber auf sein Angebot noch keine Reaktion erhalten. In der Vergangenheit war die Resonanz auf Offerten des Berliners nicht immer positiv. So stieß sein Angebot, gegen Standorte für seine Stadtmöbel und Werbeflächen Aufgaben der öffentlichen Hand zu finanzieren in einigen Bezirken auf wenig Gegenliebe.

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