Dokumentationsstätte “Flucht und Vertreibung” im Deutschlandhaus
Verfasst von antiquar am 21.3.2008
Im denkmalgeschützten Deutschlandhaus in der Stresemannstraße wird eine Erinnerungsstätte zu Flucht und Vertreibung geschaffen. Das Bundeskabinett setzt mit seinem Beschluss vom Mittwoch eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag von 2005 um. Schon 2000 gründete der Bund der Vertriebenen die Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen, mit dem Zweck eine gleichnamige Einrichtung in Berlin zu eröffnen. Nachdem in den letzten Jahren überwiegend aus Polen und Tschechien Vorbehalte gegen ein solches Zentrum in Berlin geäußert wurden, entspannte sich mit dem Regierungswechsel in Polen die Diskussion. Die Bundesregierung möchte die osteuropäischen Nachbarländer einbinden, eine direkte Beteiligung lehnt allerdings zumindest Polen noch ab.
Ob und wie die Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen beteiligt wird bleibt abzuwarten. Als ihre Aufgabe sieht sie die Dokumentation der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg, gleichrangig mit der Information über Völkermord und Vertreibung anderer Völker. Ihre Kompetenz hat sie mit der sachlichen und umfassenden Ausstellung Erzwungene Wege, die 2006 in Berlin gezeigt wurde, unter Beweis gestellt.
Die nun beschlossene Ausstellung unterliegt der Verantwortung des Deutschen Historischen Museums, die Erinnerungsstätte wird als unselbständige Stiftung geführt. Wenn in ähnlicher Form wie in früheren Ausstellungen über Völkermord und Vertreibung informiert wird, dürften heftige Reaktionen vor allem aus Südosteuropa nicht ausbleiben.
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