1540: Der Kaufmann Hans Kohlhase wird in Berlin hingerichtet. Kohlhase reist 1532 nach Leipzig zur dort stattfindenden Herbstmesse, um Pferde zu verkaufen. Bei einer Rast in Sachsen werden ihm Pferde abgenommen, wodurch er erhebliche Verluste erleidet. Eine Entschädigung wird ihm versagt, und so erklärt er dem Land Sachsen die Fehde. Damit verstößt er gegen Ewigen Landfrieden von 1495. Nachdem er, zunächst von Brandenburg unbehelligt, im jetzigen Kohlhasenbrück einen Silbertransport des Landesherren überfällt wird er schließlich verhaftet. Am 22. März 1540 wird er zum Tod durch Rädern verurteilt und hingerichtet. Die Ereignisse werden Anfang des 19. Jahrhunderts von Heinrich von Kleist in seiner Novelle Michael Kohlhaas aufgegriffen.
- 1767: Johann Peter Süßmilch, Propst der Petrikirche in Cölln, Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften und Begründer der deutschen Bevölkerungsstatistik, stirbt in Berlin.
- 1797: Wilhelm I. wird als Sohn Friedrich Wilhelms III. und der Königin Luise geboren. Während der Märzrevolution 1848 empfiehlt der Prinz von Preußen, das Militär aus der Stadt abzuziehen und die Stadt mit Kanonen zu beschießen. Später schlägt er in Baden die Revolution entgültig nieder. 1858 übernimmt er die Regentschaft von seinem erkrankten Bruder Friedrich Wilhelm IV.und wird nach dessen Tod 1861 zum König gekrönt. Anläßlich der Gründung des Deutschen Reiches wird Wilhelm I. 1871 zum deutschen Kaiser proklamiert.
- 1848: Die zivilen Gefallenen der Barrikadenkämpfe werden auf den Stufen des Deutschen Domes aufgebahrt und anschließend zum neuen Friedhof der Märzgefallenen gebracht. Als der Trauerzug das Schloß passiert, erweist Friedrich Wilhelm IV. den Toten seinen Respekt durch das Ziehen seines Hutes. Der eigens nach Berlin gereiste Maler Adolph Menzel hält die Ereignisse in seinem Bild Aufbahrung der Märzgefallenen fest.
- 1876: Die Nationalgalerie – heute Alte Nationalgalerie – wird im Beisein Kaiser Wilhelms I. eröffnet. Den Bau plante Friedrich August Stüler, der jedoch schon vor der Grundsteinlegung verstarb. Der Schwerpunkt liegt in den ersten Jahren bei preußischer zeitgenössischer Kunst.
- 1935: Der Fernsehsender „Paul Nipkow“ nimmt als erster Sender die regelmäßige Ausstrahlung eines Fernsehprogrammes auf. Die Studios befinden sich im Haus des Rundfuks, gesendet wird von der Spitze des Berliner Funkturms.
Weblog-Archiv für 22. März 2008
22. März
Verfasst von antiquar am 22.3.2008
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21. März
Verfasst von antiquar am 22.3.2008
- 1848: König Friedrich Wilhelm IV. reitet mit einer Schärpe in den Farben der Revolution – schwarz-rot-gold – durch die Stadt und erklärt sich mit den Zielen der Märzrevolution solidarisch. Er plant jedoch, nach Beruhigung der Lage die Revolution niederzuschlagen.
- 1871: Kaiser Wilhelm I. ernennt Otto von Bismarck zum ersten Reichskanzler des Deutschen Reiches. Am selben Tag tritt der Reichstag zusammen und wählt Eduard Simson zum ersten Reichstagspräsidenten.
- 1887: Erich Mendelsohn wird geboren. Der Architekt entwarf neben dem Einsteinturm in Potsdam unter anderem in Berlin das Haus der Schaubühne am Lehniner Platz (früher WOGA-Komplex), das am 17. Juni 1953 ausgebrannte Columbus-Haus am Potsdamer Platz und das jetzt von der IG Metall genutzte Haus des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Kreuzberg.
- 1894: Rudolf Nebel wird geboren. Der Ingenieur und Raketenforscher war Mitbegründer des ersten Raketentestgeländes in Berlin. Von 1930 bis zum Verbot der privaten Raketenforschung 1934 führte er – zeitweise gemeinsam mit Wernher von Braun – Experimente auf dem heute zum Flughafen Tegel gehörenden Gelände durch.
- 1933: Der neue Reichstag wird eröffnet. Der Propagandaminister Joseph Goebbels inszenierte einen Triumphmarsch der Nationalsozialisten durch die Stadt zur Garnisonkirche, wo Festgottesdienste stattfanden. Danach kam es vor der Kirche zur Begegnung des Reichskanzlers Adolf Hitler mit dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Adolf Hitler, der in Zivilkleidung erschienen ist, verbeugte sich vor dem greisen Reichspräsidenten. Dies alles diente dem Zweck, im Reichstag eine notwendige Zweidrittelmehrheit für das geplante Ermächtigungsgesetz zu erhalten. Die Veranstaltung ging als der Tag von Potsdam in die Geschichte ein.
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