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Es war einmal: Magnetbahn in Berlin

Verfasst von antiquar am 30.3.2008

Die M-Bahn in Berlin, abgekürzt für Magnetbahn war ein Projekt der achtziger Jahre in West-Berlin. Der Senat von Berlin beschloss 1980 den Bau einer Versuchsanlage. Im Juni 1984 konnte der Probebetrieb auf einer 600 Meter langen Teststrecke ohne Passagiere erfolgen. Diese führte vom Untergeschoß des U-Bahnhofs Gleisdreieck bis zur Tunneleinfahrt Höhe Bernburger Straße. Genutzt wurde die bestehende, wegen der Teilung der Stadt in diesem Abschnitt außer Betrieb befindliche Trasse der U-Bahn. Der Vorteil dieser Streckenführung war, dass ein Planfeststellungsverfahren nicht erforderlich wurde. Für die Weiterführung der Magnetbahnlinie in Richtung Kemperplatz, zur Philharmonie, mußte jedoch zeitaufwändig ein solches durchgeführt werden.

Zur 750-Jahrfeier Berlins im Jahre 1987 sollte eigentlich der Passagierbetrieb auf der 1,6 km langen Referenz- und Demonstrationsstrecke zwischen U-Bahnnetz und Kulturforum aufgenommen werden. Im April 1987 fielen jedoch zwei von vier Fahrzeugen einem Brandanschlag zum Opfer. Da mit den verbliebenen Fahrzeugen auch nach Reparatur der beschädigten Trasse ein regelmäßiger, zuverlässiger Betrieb nicht geleistet werden konnte, wurde die Eröffnung verschoben. Am 26. Oktober 1988 fand erstmals der Fahrbetrieb mit Passagieren statt. Ein Betriebsunfall führte zu weiteren Verzögerungen: Ein unbemannter Zug fuhr im Bahnhof Kemperplatz über das Streckenende hinaus und durchschlug die Glaswand des Bahnhofsgebäudes. Im Sommer 1989 ging die Teststrecke in den regulären, immer noch kostenlosen Fahrbetrieb, doch schon im November 1989 deutete sich das Ende an: Nach Öffnung der Grenzen war die M-Bahn ein Hindernis für die Aufnahme des U-Bahnverkehrs der U-Bahnlinie U2 auf dem Teilstück zwischen Gleisdreieck und Potsdamer Platz.

Der Senat genehmigte den Weiterbetrieb bis 1991. Damit sollte den Betreibern die Möglichkeit gegeben werden, eine Zulassung für den öffentlichen Personennahverkehr zu erhalten. Nach Erreichen der hierfür erforderlichen 100.000 km im Fahrgastbetrieb wurde am 18. Juli 1991 die Zulassung erteilt. Ab diesem Tag fuhr die M-Bahnlinie 1 zum normalen BVG-Tarif, bis schon nach wenigen Tagen am 31. Juli der Betrieb eingestellt wurde.

Überlegungen, den Flughafen Schöneberg, den Flughafen Tegel oder die Wasserstadt Spandau mit einer Magnetbahn anzubinden wurden schnell wieder aufgegeben. Alle anderen Interessenten, unter anderem aus Japan und Amerika sowie der Frankfurter Flughafen, entschieden sich aus unterschiedlichen Gründen gegen die M-Bahn.

Sie hatte bei geringerer Geräuschentwicklung einen niedrigeren Energieverbrauch als ein U-Bahnzug, bei einer Höchstgeschwindigkeitvon 80 km/h. Nach Herstellerangaben sind die Kosten für den Trassenbau wesentlich geringer als für eine Schienentrasse, bei größerer Flexibilität. Dennoch erinnert heute in Berlin nichts mehr an dieses innovative System.

Von August 1991 bis zum Februar 1992 wurde die Strecke demontiert und eingelagert, da man eine Weiterverwendung zunächst beabsichtigte. Anschließend wurde der Lückenschluß der U-Bahnlinie U2 angestrebt. Zunächst gab es im Wiedervereinigten Berlin zwei Linien dieser Bezeichnung, nämlich von Mohrenstraße zur Vinetastraße und von Wittenbergplatz zur Krummen Lanke. Zeitgleich mit einer Umsortierung im Kleinprofilnetz der U-Bahn wurden die beiden Teilstücke verbunden, nun fuhr die U2 von Vinetastraße bis Ruhleben.

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