Gruß aus Berlin

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Archiv für April 2008

Sonderausstellung: 50 Jahre Luftwaffe der Bundeswehr

Verfasst von antiquar am 29.4.2008

Noch bis zum 31. Dezember 2008 läuft im Luftwaffenmuseum der Bundeswehr in Berlin-Gatow (auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes Berlin-Gatow) die Sonderausstellung 50 Jahre Luftwaffe der Bundeswehr. Im restaurierten Hangar 7 wird ein Querschnitt durch die Geschichte der bundesdeutschen Luftstreitkräfte vom Ende der Nazidiktatur bis in die heutige Zeit präsentiert. Gegliedert ist die Ausstellung in fünf Zeitabschnitte, die für die Veränderung im Verhältnis der Machtblöcke zueinander im Lauf der Jahrzehnte stehen:

1.Sicherheit im Kalten Krieg: Die Bundesrepublik und ihr Beitrag zum westlichen Verteidigungsbündnis (1945–1955)
2.Im Zeichen der „Massiven Vergeltung“: Aufstellung und Ausbau der Luftwaffe (1956–1967/69)
3.Im Zeichen der „Flexiblen Antwort“: Sicherheit im Bündnis und gesellschaftliche Integration (1967/69–1989)
4.Epochenwechsel: Die Bundeswehr im Wiedervereinigungsprozess ab 1989
5.Neue Verantwortung: Eine Armee im Einsatz (1991–2005)

Neben historischem Fluggerät werden auch Dokumente gezeigt sowie technische Geräte aus den Bereichen Bewaffnung, Verteidigung, Radar, Materialinstandhaltung und Flugsicherung. Des weiteren wird nicht ganz uneigennützig das Selbstverständnis der Luftwaffe, die Pilotenausbildung und das Leitbild der Bundeswehr erläutert.

Neben dieser Ausstellung finden noch weitere aktuelle Sonderausstellungen statt. Geöffnet ist das etwas abgelegene Luftwaffenmuseum Dienstags bis Sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr, der letzte Einlaß ist um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Früher mußte man seinen Ausweis vorzeigen, heute befindet sich dazu kein Hinweis auf den Internetseiten des Museums.

Der Eingang des Museums befindet sich am Ritterfelddamm/Am Flugplatz Gatow. Wenn die BVG nicht streikt erreicht man die Haltestelle Seekorso/Luftwaffenmuseum mit der Linie 135.

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Der Olympische Fackellauf stolpert wie schon 1936

Verfasst von antiquar am 26.4.2008

Derzeit wird die Olympische Fackel durch die Welt getragen, und wo sie erscheint jubeln die Massen. Bis auf einige wenige unverbesserliche, die den Olympischen Geist mit Füßen treten und auch schon mal die Flamme löschen. So wird es zumindest von Seiten der chinesischen Ausrichter der Spiele dargestellt. Doch die Proteste gegen die Menschenrechtsverletzungen in Tibet sind vielschichtig. Auch vom IOC und der Weltpolitik kommen deutliche Unmutsäußerungen, hat man doch geglaubt es gäbe Spiele des himmlischen Friedens. Nun ist das Regime ein wenig zurückgerudert, zeigt sich dialogbereit.

Rückblende: Die Weimarer Republik und Olympia

Das Deutsche Reich war bis 1925 als Kriegsverursacher aus der olympischen Gemeinschaft ausgeschlossen. Mit der Wiederaufnahme in das Internationale Olympische Komitee (IOC) begann der Deutsche Olympische Ausschuß – der Vorläufer des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) – Olympische Spiele in Berlin zu planen. Anläßlich des „IX. Olympischen Kongresses“ in Berlin 1930 bewarb sich das Deutsche Reich um die Ausrichtung der Spiele von 1936. Ein Jahr später kam es, nachdem andere Bewerber ausgeschieden waren, zur Stichwahl zwischen Barcelona und Berlin. Die Mitglieder des IOC stimmten mit großer Mehrheit für Berlin, Olympische Spiele im demokratischen Deutschland der Weimarer Republik schienen möglich.

Propaganda und Boykott – die Nazi-Spiele

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 gab es insbesondere aus den USA erste Boykottaufrufe. Es bestanden erhebliche Zweifel an der Einhaltung der olympischen Charta, die Diskriminierung und Verfolgung von Juden und politisch andersdenkenden war international durchaus bekannt. Die Proteste führten dazu, dass das Regime ein wenig zurückruderte, sich dialogbereit zeigte. Zugeständnisse, wie zum Beispiel der Zugang zu den Olympiamannschaften auch für Juden, wurden jedoch nicht umgesetzt. Offiziell hielt man die Vereinbarungen mit dem IOC ein, jedoch nahm man Juden die Trainingsmöglichkeiten und verbot ihre Wettkämpfe, so dass sie die Qualifikationsnormen nicht erreichen konnten. Im September 1935 wurden die Nürnberger Rassegesetze verabschiedet, die Aufrufe zum Boykott wurden lauter. In den USA verhinderte Avery Brundage, Vorsitzender des US-amerikanischen NOK und IOC-Mitglied diese Maßnahme, worauf sich andere Staaten dieser Haltung anschlossen. Widerstand in Europa, wie die Volksolympiade in Barcelona sowie antifaschistische Kunst- und Kultur blieben gegenüber den Aktivitäten des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels chancenlos. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda nutzte etablierte wie neue Medien; Presse, Film und Funk waren längst gleichgeschaltet. Der Volksempfänger, die „Goebbelsschnauze“, war ein für relativ wenig Geld erhältliches Radio.

Der Olympische Fackellauf

Propagandaminister Goebbels griff eine Idee Carl Diems auf, eine Fackel von Olympia nach Berlin tragen zu lassen. Mehr als 3.000 Läufer bildeten eine Stafette, für die über 3.000 km lange Strecke durch sieben Länder benötigten die Läufer zwölf Tage und elf Nächte. Dies war der erste Olympische Fackellauf, und bei den weiteren Olympischen Spielen hat man das nationalsozialistische Propagandaspektakel beibehalten. Dabei gab es immer wieder Proteste: Bei der Premiere versuchten in Griechenland Kommunisten die Flamme zu löschen, in Jugoslawien und der Tschechoslowakei gab es Tumulte, in Prag schließlich wurde die Flamme gelöscht. Immer wieder wurden Fackelläufe behindert, doch erst in diesen Tagen erreichen öffentliche Proteste gegen Menschenrechtsverletzungen des Ausrichters die Dimension von 1936.

Die olympische Fassade

Am 1. August 1936 erreichten die Träger der Olympischen Fackel das Berliner Olympiastadion, wo Adolf Hitler die XI. Olympischen Spiele für eröffnet erklärte. Die Machthaber verfolgten mit der Ausrichtung der Spiele verschiedene Ziele. Innenpolitisch pries Propagandaminister Goebbels die Spiele als nationale Aufgabe, in die jeder Deutsche eingebunden werden sollte. Die Errichtung der Infrastruktur diente dem Abbau der immer noch hohen Arbeitslosigkeit. Der Fremdenverkehr spielte eine ebenso große Rolle. Das Hauptanliegen war jedoch ein Außenpolitisches: Hitler wollte die Welt davon überzeugen, dass die Deutschen ein großes, bedeutendes, aber auch friedliebendes und weltoffenes Volk seien. Dazu wurde die Bevölkerung Wochen vor den Spielen zu höflichem Verhalten gegenüber den ausländischen Gästen aufgefordert; Straßen, Plätze und Häuser schmückte man festlich. Antisemitische Plakate verschwanden für die Dauer der Spiele, und der Presse wurde die sonst übliche Hetze gegen Juden bei Strafe veboten. Gleichzeitig brachte man in der Stadt lebende Sinti und Roma in Sammellager am Stadtrand, und das KZ Sachsenhausen nördlich von Berlin wurde von Häftlingen gebaut. Die gleichgeschalteten Medien benutzte das Regime zur perfekten Selbstdarstellung, trotz aller Mahnungen des IOC. Dass die Olympischen Spiele von Berlin im Ausland als Spiele des Friedens und der Völkerverständigung wahrgenommen wurden lag jedoch nur zum Teil an der perfekten Öffentlichkeitsarbeit. Damals sah man im Ausland nur zu gerne das, was man sehen sollte und auch sehen wollte.

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Sex brennt – Ausstellung eröffnet am 6. Mai 2008

Verfasst von antiquar am 24.4.2008

Sex brennt – Magnus Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft und die Bücherverbrennung

Unter diesem Titel wird eine Ausstellung der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité gezeigt. Sie erinnert an den Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld und das von ihm gegründete Berliner Institut für Sexualwissenschaft. Magnus Hirschfeld wurde als Jude und Homosexueller ins Exil getrieben, das Institut ab dem 6. Mai 1938 von Nationalsozialisten geplündert. Die Bücher Hirschfelds wurden am 10. Mai 1938 im Rahmen der Aktion wider den undeutschen Geist auf dem Berliner Opernplatz verbrannt. Dabei wurde der sogenannte 4. Feuerspruch gerufen: „Gegen seelenzerfasernde Überschätzung des Trieblebens, für den Adel der menschlichen Seele! Ich übergebe der Flamme die Schriften des…“.

Auf dem Opernplatz, dem heutigen Bebelplatz, befindet sich heute das unterirdische Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung des israelischen Künstlers Micha Ullmann. Die Ausstellung im Medizinhistorischen Museum wird am 6. Mai eröffnet und ist dann vom 7. Mai bis zum 14. September 2008 zu besichtigen.

Hier die Pressemitteilung zur Ausstellung.

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Schwerer Unfall an der Britzer Mühle

Verfasst von antiquar am 17.4.2008

Heute Mittag gegen 14 Uhr stürzte die umlaufende Galerie der Britzer Mühle ein, während sich mehrere Personen darauf befanden. Der Müller zeigte einem Paar, das dort seine Hochzeit feiern wollte, die Mühle. Bei der Besichtigung der hölzernen Außengalerie stürzte diese unvermittelt aus ca. fünf Metern Höhe zu Boden. Der Müller, das Paar und ihr Kind wurden teils mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Das Unglück ereignete sich, während von zwei Auszubildenden an der Galerie gearbeitet wurde. Ein Mitarbeiter der Betreiberfirma GRÜN BERLIN – Park und Garten GmbH sagte dazu, es handele sich um Reparaturarbeiten, die in Auftrag gegeben würden, gerade um ein Unglück wie das geschehene zu verhindern.

Die Geschichte der Britzer Mühle

Die Britzer Mühle wurde 1865/66 als Galerieholländerwindmühle errichtet und wurde von verschiedenen Müllern bis 1936 als Windmühle betrieben. Dann legte ein Pächter den Windantrieb still und installierte einen Dieselmotor. Die Mühle wurde 1943 durch Bombentreffer schwer beschädigt. 1947 erfolgte die Wiederinbetriebnahme mit erneuerter Technik, die 1953 ausgebaut und in einer anderen, moderneren Mühle verwendet wurde. Damit endete für 33 Jahre der Mahlbetrieb in der Britzer Mühle, die seit 1955 unter Denkmalschutz steht. Bei umfangreichen Renovierungsarbeiten Ende der fünfziger Jahre deckte man Haube und Mühlenkörper mit Holzschindeln neu ein, erneuerte oder reparierte die Flügel und stellte auch die Galerie wieder her. Ein Betrieb der Mühle war nicht vorgesehen. Das Land Berlin erwarb das Grundstück 1959 und verpachtete die Mühle zeitweise an eine Pfadfinderorganisation. Nachdem das Abgeordnetenhaus von Berlin eine Einbindung der Britzer Mühle in die Bundesgartenschau 1985 beschlossen hatte, wurde sie ab 1983 funktionsfähig instand gesetzt, Anläßlich der Bundesgartenschau im späteren Britzer Garten erfolgte durch deren Schirmherr, Bundespräsident Richard von Weizsäcker, die Eröffnung der Mühle. Schon bald zeigten sich technische Mängel, die neue Flügel und den Austausch von Getriebeteilen erforderlich machten. Seit April 1989 ist die Britzer Mühle als einzige voll funktionsfähige historische Windmühle in Berlin wieder in Betrieb.

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Zug der Erinnerung – Die aktuellen Berliner Termine und Standorte

Verfasst von antiquar am 12.4.2008

Nach langen Querelen steht nun fest, dass der Zug der Erinnerung in Berlin an folgenden Bahnhöfen stehen wird:

  • Ostbahnhof                               13. – 14. April
  • Bahnhof Lichtenberg            15. – 16. April
  • Bahnhof Schöneweide          17. – 18. April
  • Bahnhof Westhafen              19. – 20. April
  • S-Bahnhof Grunewald          21. – 22. April

Die Ausstellung ist regulär von 9 Uhr bis 19 Uhr geöffnet, die Ankunft im Ostbahnhof wird jedoch erst für Sonntag 12 Uhr erwartet.

Die Deutsche Bahn zeigt eine immense Kretivität bei der Behinderung des Zuges. Man lasse sich die Art des Gedenkens nicht vorschreiben, außerdem gebe es die von der Bahn mit Hilfe in- und ausländischer Experten gestaltete Wanderausstellung „Sonderzüge in den Tod“. Diese Ausstellung wurde zunächst ab Januar im Bahnhof Potsdamer Platz gezeigt und reist zur Zeit durch Deutschland. Die Geschichte dieser Ausstellung reicht einige Jahre zurück. In Frankreich wurde 2005 auf nahezu allen großen Bahnhöfen eine umfangreiche Ausstellung über die Deportation jüdischer Kinder nach Auschwitz gezeigt. Das Begehren der Initiatoren – darunter Barbara Klarsfeld – die Ausstellung auch auf deutschen Bahnhöfen zu zeigen, wurde von Bahnchef Hartmut Mehdorn vehement zurückgewiesen. Er fand, wie jetzt beim Zug der Erinnerung zahlreiche haltlose Gegenargumente, bis schließlich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee das Anliegen unterstützte. Daraufhin erklärte sich die Bahn bereit, eine eigene Ausstellung zu erstellen. 

Des weiteren verweist die Deutsche Bahn auf die Dauerausstellung Die Reichsbahn in Weimarer Republik und Nationalsozialismus 1920-1945 im DB Museum Nürnberg. Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis des Ausstellungskataloges läßt vermuten, dass die Verstrickung der Reichsbahn in den Holocaust eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

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Senat stellt Berliner Gaslaternen ins Museum

Verfasst von antiquar am 11.4.2008

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung plant den Großteil der in Berlin stehenden Gaslaternen durch elektrische Leuchten zu ersetzen. Grund dafür sind Einsparungen in Millionenhöhe bei Verbrauch und Wartung, so dass sich die Lampen nach wenigen Jahren amortisiert haben. Erhalten bleiben nach Angaben aus der Senatsverwaltung ausschließlich die so genannten Schinkelleuchten, von denen ca. 5.600 überwiegend in touristischen Bereichen stehen. Entfernt werden zunächst 8.400, in einem zweiten Schritt noch einmal 30.000 Gasleuchten.

Die Privatisierung

Hintergrund ist die Privatisierung von Betrieb, Wartung und Reparatur der Berliner Straßenbeleuchtung. Diese erfolgte im Juli 2000 für die elektrische Beleuchtung, im Januar 2001 für die Gasbeleuchtung. In den ersten Jahren – der Vertrag lief bis 2005 – erhielt der Betreiber eine jährliche Pauschale von 9,9 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen bis dahin jährlich an BEWAG und GASAG gezahlte 25 Millionen Euro. Später ist von einem Gesamtvolumen von 130 Millionen Euro bei einer Laufzeit von Zehn Jahren die Rede. So zumindest in der Antragsbegründung zu einem Gesetz zu lesen, mit dem die Zuständigkeit für die Berliner Straßenbeleuchtung wieder der Hauptverwaltung übertragen wird. Der Plan zum Abbau der Gaslaternen stammt übrigens schon aus der Zeit der Zuständigkeit des Bezirks Mitte. Die damalige Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Dorothee Dubrau trat ab Juli 2005 vehement für einen Austausch der Leuchten ein, die von ihr vorgelegten Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit wurden jedoch vielfach angezweifelt. Ihr Engagement steht in krassem Gegensatz zu einem Beschluß des Berliner Abgeordnetenhaus von 1992, der den Erhalt der Gasbeleuchtung ausdrücklich vorsieht, sowie eigenen Äußerungen aus 2001, wonach es grundsätzlich Politik der Bezirke sei, die Gasbeleuchtung zu erhalten.

Die Kosten

Der private Betreiber der Straßenbeleuchtung hat das Interesse, seinen Gewinn zu maximieren, der Finanzsenator möchte die Ausgaben minimieren. Beiden stehen die Gaslaternen im Weg. Diese haben einen erheblich höheren Wartungsaufwand durch ihre Störanfälligkeit, auch die Energiekosten betragen ein mehrfaches gegenüber modernen Elektroleuchten. So waren der Firma AT.Lux, die 2001 für die Beleuchtung verantwortlich war, laut MieterMagazin folgende Wartungsintervalle vorgeschrieben: „Die elektrischen Lampen müssen alle vier Jahre gewartet werden, die störanfälligeren Gaslaternen jedes Jahr. Zusätzlich gibt es Kontrollfahrten: Die Elektroleuchten sollen einmal pro Quartal abgefahren werden, die gasbetriebenen Lampen sollen sogar jede Woche nachts und, um „Dauerbrenner“ zu entdecken, einmal im Monat auch tags komplett auf ihre Funktion überprüft werden„. Mit den Betreibern wurden in den vergangenen Jahren Pauschalverträge abgeschlossen. Diese beinhalten, wie aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus hervorgeht, nicht die Gas- und Stromkosten. Somit haben sowohl die Landeskasse als auch der Betreiber erhebliche finanzielle Vorteile bei einem Austausch der Gaslaternen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gibt für die erste Umrüststufe Kosten von 25 Millionen Euro bei einer jährlichen Einsparung von 4,2 Millionen Euro an. Die entstehenden Kosten werden jedoch von Gegnern der Umrüstung in Frage gestellt.

Die Natur

Für Insekten stellen Gaslaternen, anders als die meisten üblichen Elektroleuchten keine Gefahr dar. Das von weiß strahlenden Lampen emittierte Licht, wie es bei Quecksilber-Hochdruckleuchten auftritt, zieht allerdings zahlreiche Fluginsekten an. Der Grund ist ihre Empfindlichkeit für den bei diesen Lampen hohen Anteil an blau-violetten, kurzwelligen Strahlen. Ungefährlicher sind Natrium-Hochdrucklampen, und die insektenfreundlichen Natrium-Niederdrucklampen strahlen langwelliges Licht ab. Deren monochromes, gelbes Licht erschwert das Farbensehen, und da es als unangenehm empfunden wird, kommt der Einsatz anstelle der Gaslaternen kaum in Betracht. Des weiteren wird die Natur auch durch die Rohre, mit denen das Gas transportiert wird beeinträchtigt. Alte Gußrohre – die immer noch anzutreffen sind, siehe den folgenden Abschnitt - wurden an den Verbindungen mit Hanf abgedichtet. Da das seit Ende 1996 in ganz Berlin verwendete Erdgas trockener ist als das zuvor genutzte Stadtgas, trocknen die Dichtungen und können undicht werden. Auch bei anderen Rohrsystemen kommt es zum Gasaustritt, dabei werden Straßenbäume bis zum Absterben geschädigt.

Geschichte der Berliner Gasbeleuchtung

 Am 19. September 1826 brannten in Berlin die ersten mit Gas betriebenen Straßenlaternen. Die Londoner Imperial Continental Gas Association (ICGA) beleuchtete zunächst die Straße Unter den Linden und hatte ein auf 21 Jahre abgesichertes Monopol für den Bereich innerhalb der Stadtmauern. Nach Ablauf des Vertrages ging am 1. Januar 1847 der Betrieb an die Städtischen Gaswerke, Vorläufer der GASAG. Diese hatten vorher ein eigenes Versorgungsnetz gebaut, die englischen Laternen blieben dunkel. Dennoch bestand über viele Jahre eine Konkurrenzsituation, denn die ICGA belieferte weiterhin private Verbraucher. Dadurch fiel der Gaspreis erheblich, was wiederum die Ausbreitung des Netzes – jeder Anbieter hatte nur eines für private und öffentliche Kunden – begünstigte. Erst Jahre später erhielten die Engländer wieder Aufträge für Straßenbeleuchtung, weiteten aber dann im Umland ihr Geschäft erheblich aus. So gab es bis zur  kriegsbedingten Liquidation der ICGA 1918 zwei große Anbieter auf heutigem Berliner Stadtgebiet, neben zahlreichen regionalen Versorgern, an denen diese oft beteiligt war. Die seit 1882 in Berlin anzutreffende elektrische Beleuchtung entwickelte sich ebenso rasant wie die Gasbeleuchtung. Beide Systeme bestanden nebeneinander, oft waren nur wenige Meter zwischen Gas- und Stromleuchte. Einen ersten Einbruch gab es im Ersten Weltkrieg, von ehemals 41.500 Vorkriegsleuchten waren danach nur noch 9.200 in Betrieb. In den Folgejahren gab es große technische Fortschritte, die zu Einsparungen führten. Es mußten aber auch Krisen bewältigt werden. Die Eingliederung der Gasversorger der Umlandgemeinden nach der Bildung Groß-Berlins 1920 warf Probleme auf. Die Inflation 1923, die Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre und der Zweite Weltkrieg ab 1939 führten zur Stillegung von Leuchten, erst als Sparmaßnahme, später wegen des Luftschutzes. Nach dem Krieg war die Bilanz verheerend: Von 84.000 Gaslaternen waren 36.000 unbrauchbar und nur 1.350 unbeschädigt, weniger als ein Prozent der Rohre war betriebsbereit, die technischen Anlagen waren zur Hälfte zerstört. Die Reparatur der gasbetriebenen Straßenbeleuchtung hatte keine Priorität, erst 1946 erging der Befehl, bis Anfang Oktober des selben Jahres 10.000 Gaslaternen in Betrieb zu nehmen. Trotz aller Bemühungen war dieses Ziel erst Anfang November 1946 erreicht. Die Materialknappheit führte dazu, dass in den Folgejahren jeweils weniger Laternen instand gesetzt wurden. Im sowjetischen Sektor wurden von 1950 bis 1957 noch zahlreiiche Leuchten aufgearbeitet, dann war der Vorrat an aufzuarbeitenden beschädigten Leuchten erschöpft. Es gab in der DDR keine leistungsfähigen Betriebe zur Produktion größerer Stückzahlen von Gasleuchten, außerdem galten sie als altmodisch gegenüber den modernen Elektroleuchten. So kam es ab Anfang der sechziger Jahre zu einem immer stärkeren Abbau der Gasbeleuchtung, der politisch gewollt war. Als Anfang 1977 die Umstellung von Stadtgas auf Erdgas beschlossen wurde, war dies das Ende für die Ost-Berliner Gasbeleuchtung. Da eine Umstellung auf Erdgas nicht machbar sei, sollten jeweils vor der Umstellung des betroffenen Gebietes die Gaslaternen durch Elektroleuchten ersetzt werden. Die Mangelwirtschaft der DDR verhinderte ein zügiges Fortschreiten der Bauarbeiten, und so überdauerten einige Leuchten in Treptow-Köpenick und in Marzahn-Hellersdorf die Wende. Doch steht der bei weitem überwiegende Teil der Gas-Straßenbeleuchtung in den westlichen Bezirken der Stadt. Dort gab es neben dar allgegenwärtigen Materialknappheit noch das Problem der Berlin-Blockade. Mit Beginn der Luftbrücke, am 26. Juni 1948, ordnete die Alliierte Militärregierung die sofortige Stillegung der Straßenbeleuchtung an. Daher ruhte die Instandsetzung des Beleuchtungsnetzes fast ein Jahr. Bis 1953 wurden dann alte Leuchten aufgearbeitet, die aber bald nicht mehr den Anforderungen genügten. Man entschied sich dafür, zukünftig neue Modelle einzusetzen. Dazu gehörten vierflammige, an das historische Bild erinnernde, aber auch vier- oder neunflammige sogenannte Reihenleuchten, die auf Peitschenmasten montiert wurden. Daneben entwickelte man für verschiedene Zwecke neue Bauformen, so dass - ebenso wie bei der elektrischen Straßenbeleuchtung –  eine Vielzahl verschiedener Typen gewartet werden muß. In den westlichen Stadtbezirken erfolgte nie ein politischer Beschluß zum Ende der Gasbeleuchtung, jedoch sank die Zahl der Gaslaternen ab 1968 stark. Zum einen ersetzte man an Hauptverkehrsstrßen wegen der besseren Ausleuchtung die Gasleuchten, zum anderen stattete man die historischen Kandelaber zum Teil mit elektrischen Glühlampen aus. Die Umstellung auf Erdgas führte von 1993 bis zu deren Abschluß zu der Notwendigkeit, an allen Gaslaternen Brenner und Düse auszutauschen.

Das Gaslaternen-Freilichtmuseum Berlin

Die Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr und die GASAG richteten das Museum, das vom Deutschen Technikmuseum Berlin betreut wird, 1978 ein. Derzeit befinden sich auf dem Ausstellungsgelände 90 Leuchten aus Berlin, Deutschland und dem europäischen Ausland. Die Gasleuchten wurden im Frühjahr 2006 mit Hilfe von Sponsoren umfassend restauriert. Das Gaslaternen-Freilichtmuseum Berlin befindet sich beiderseits der Straße des 17. Juni, zwischen S-Bahnbrücke und Klopstockstraße.

Die Zukunft der Gaslaternen

Bei den in den nächsten fünf Jahren auszutauschenden Leuchten handelt es sich um die Gasreihenleuchten an Peitschenmasten. Diese in den 50er Jahren errichteten Anlagen sind von ihrer Gestaltung nicht mit den an das historische Erscheinungsbild angelehnten Schinkelleuchten zu vergleichen. Sie zeichnen sich durch eine größere Helligkeit aus, die durch neun Gasflammen erzeugt wird. Daher haben sie auch einen hohen Gasverbrauch. Reihenleuchten wurden meist nicht innerhalb von Wohngebieten, sondern an stärker befahrenen Straßen mit größerem Lichtbedarf aufgestellt. Erst in der zweiten Austauschphase plant der Senat den Lampenkahlschlag: 30.000 Gasleuchten sollen ab 2014 ersetzt werden. Hierbei werden wohl nahezu alle Leuchten, die nicht in eng begrenzten touristischen Gebieten liegen ausgetauscht. Im Gegensatz zu den kaum erhaltenswerten Gasreihenleuchten (bitte eine ins Gaslaternenmuseum) handelt es sich bei diesen überwiegend um in den Augen des Betrachters als historisch erscheinende Objekte. Dieser Eindruck täuscht jedoch meist, da wie beschrieben nach den Kriegen fast nichts mehr übrig war. Die meisten der vorhandenen Gasleuchten entstanden lange nach dem zweiten Weltkrieg, nur die Optik wurde aus ästhetischen Gründen an die Vorbilder angelehnt. Selbst die wenigen erhaltenen historischen Leuchten haben immer ein modernes Innenleben, allein schon wegen der Erdgas-Umstellung. Wenn die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nun plant, die Gasleuchten durch elektrische, historisierende zu ersetzen, soll sie machen. Die Behörde erteilte einen Forschungsauftrag zur Entwicklung von LED-Leuchten, die optisch wie Gaslaternen wirken. Bei überzeugenden Ergebnissen spricht nun wirklich nichts mehr gegen ein Ende der Gasbeleuchtung auf Berliner Straßen. Dennoch wird es nicht dazu kommen: Anders als beim aktuellen Volksbegehren zum Erhalt des Flughafen Tempelhof als Verkehrsflughafen, das nie eine Chance hatte, besteht die Möglichkeit die Senatspläne zur Gasbeleuchtung zu stoppen. Die öffentliche Meinung ist wohl überwiegend pro Gasbeleuchtung eingestellt, zum Beispiel im Hauptstadtblog.

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Wasserkaskaden am Fernsehturm – nach Sanierung kaputt

Verfasst von antiquar am 8.4.2008

Die Kaskaden am Fuß des Berliner Fernsehturms

Die Wasserkaskaden am Fernsehturm, die nicht nur an heißen Sommertagen Berliner und Touristen erfreuen, gehören zu den größten und aufwändigsten Wasserspielen der Stadt. Viele andere Brunnen im Bezirk Mitte sprudeln schon seit Ostern, die frisch renovierte Brunnenanlage am Fuße des Fernsehturms ist jedoch – außer bei Regenwetter – trocken.

Der unter Leitung von Walter Herzog 1971 im Umfeld des Fernsehturms installierte Bunnen verfiel in den letzten Jahren zusehends. Auf Grund der städtebaulichen Bedeutung der Anlage und seiner Eigenschaft als Anziehungspunkt im alten Zentrum Berlins wurde die Komplettsanierung beschlossen. Nach der von Ende 2005 bis August 2007 erfolgten umfassenden Sanierung war der Brunnen nur einige Wochen in Betrieb. Jetzt zeigen sich Schäden, die die Wiederinbetriebnahme nach der Winterpause möglicherweise erheblich verzögern. Derzeit wird als voraussichtlicher Zeitpunkt der Inbetriebnahme der 14. April angegeben.

Ursprünglich bestanden die Brunnenschalen aus mit Kunststein verkleidetem Beton. Im Zuge der Sanierung versah man den Beton mit einer Abdichtung, auf die Granitplatten aufgebracht wurden. Nach Angaben des zuständigen Straßen- und Grünflächenamtes sondere das Mörtelbett, in dem die Granitverkleidung liegt,  Kalk ab welcher die Pumpen verstopfe. Nun wird dem Brunnenwasser wie schon 2007 eine Säure zugegeben, die den Kalk auflösen soll.

Auch in diesem Jahr werden zahlreiche Brunnen in Berlin nur durch das Engagement von Sponsoren ans plätschern kommen. Dazu schrieb die Berliner Morgenpost am 22. März, die Außenwerber Wall AG und Ströer Media würden alleine den Betrieb von 260 Berliner Zierbrunnen ermöglichen.

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Ausstellung „Jüdische Häftlinge im KZ Sachsenhausen 1936-1945″

Verfasst von antiquar am 7.4.2008

Im Roten Rathaus wird am 7. April um 17 Uhr eine Ausstellung über das Schicksal der jüdischen Häftlinge im „Konzentrationslager der Reichshauptstadt“ eröffnet. Es sprechen ab 17 Uhr der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Günter Morsch und die Chefin der Senatskanzlei, Staatssekretärin Barbara Kisseler. Danach ist die Ausstellung, die aus Dokumenten, Zeichnungen und Texten besteht, im Eingangsbereich des Roten Rathauses Montags bis Freitags von 9 Uhr bis 18 Uhr bei freiem Eintritt zu besichtigen.

Nachdem in den ersten Jahren der Konzentrationslager kleine, provisorische Lager ausreichten mußte man später aufgrund steigender Häftlingszahlen neue Wege gehen. Es wurden weitere Lager errichtet, darunter das KZ Sachsenhausen. Häftlinge der Emslandlager errichtet es ab Sommer 1936. Laut Polizeichef Heinrich Himmler sollte es den Prototyp eines „modernen, vollkommen neuzeitlichen und jederzeit erweiterungsfähigen Konzentrationslagers“ darstellen. Durch seine Konzeption als Musterlager und Ausbildungsstätte für Wachpersonal sowie seine Nähe zur Reichshauptstadt Berlin hatte es eine Sonderrolle. Zu jener Zeit waren nicht mehr ausschließlich politische Gegner inhaftiert, auch sogenannte Asoziale, Arbeitsscheue, rassisch und biologisch Minderwertige sowie Kriminelle wurden in Lager verbracht. Später kamen ausländische Zwangsarbeiter und Alliierte Kriegsgefangene hinzu, so dass sich zum einen die Häftlingsstruktur ständig wandelte, zum anderen die Gefangenenzahlen immer weiter anstiegen.

Von den insgesamt ca. 200.000 Häftlingen des KZ Sachsenhausen waren etwa 30.000 jüdischen Glaubens. Im Zuge der Novemberpogrome 1938 kamen zunächst nach unterschiedlichen Angaben 6.000 bis 10.000 jüdische Bürger nach Sachsenhausen. Von denjenigen die, bis dahin überlebten wurden die meisten im August 1939 entlassen – sofern sie zur Auswanderung bereit waren, sich diese leisten konnten und ihren Besitz dem Staat überschrieben. Ab Kriegsbeginn wurden Zivilisten aus den besetzten Gebieten interniert, später Kriegsgefangene, darunter auch viele Juden. Die meisten jüdischen Häftlinge wurden 1942 nach Auschwitz deportiert. Ausnahmen bildeten Sonderkommandos wie die nur mit Juden betriebene Fälscherwerkstatt, die im Rahmen der Aktion Bernhard englische Banknoten im Nennwert einiger Milliarden Pfund fälschte. Im Frühjahr 1945 gelangten mit der Auflösung der Arbeits- und Vernichtungslager im Osten wieder Tausende von Juden in das KZ Sachsenhausen, welches selbst schon zur Räumung vorbereitet wurde.

Zuerst waren Hunger, Kälte und Krankheit neben Mißhandlungen die Haupttodesursachen. Später starben immer mehr Menschen durch Zwangsarbeit in Sachsenhausen und seinen Außenlagern. Es folgten systematische Massentötungen, durch Erschießung und Einsatz von Gaswagen sowie einer Gaskammer. Daneben wurden medizinische Experimente durchgeführt, die meist tödlich endeten. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs räumte man das Lager und zwang die Lagerinsassen zum Marsch nach Nordwesten, in ein Waldgebiet nahe Wittstock. Dabei starben noch zahlreiche Häftlinge durch Entkräftung oder wurden erschossen, bis ihre Bewacher schließlich vor der herannahenden Roten Armee flüchteten. Von den zurückgelassenen marschunfähigen Insassen starben in den Wochen danach noch mehrere Hundert an den Folgen der KZ-Haft.

Das ehemalige KZ Sachsenhausen diente kurzzeitig als Übergangslazarett für Kriegsopfer und ehemalige Gefangene. Danach zog der sowjetische Geheimdienst NKWD mit dem Speziallager 7 ein. Nachdem dieses 1950 aufgelöst wurde, nutzte die Kasernierte Volkspolizei das Gelände. Im April 1961 kamen 100.000 Gäste zur Eröffnung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen , die seit 1993 als Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten ist.

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Johann Freidrich Drake, der Schöpfer der Goldelse

Verfasst von antiquar am 6.4.2008

Am 6. April 1882 verstarb der Berliner Bildhauer Johann Friedrich Drake im Alter von 76 Jahren. Bestattet wurde er auf dem Alten St.-Matthäus-Friedhof in Schöneberg in einem heute noch erhaltenen Ehrengrab. Im Berliner Tiergarten befindet sich ein von ihm 1849 geschaffenes Standbild des Königs Friedrich Wilhelm III., die 1953 entstandene Figurengruppe Nike bekränzt den Sieger steht auf der Schlossbrücke. Nicht weit entfernt, auf dem Schinkelplatz stößt man auf sein Denkmal für Karl Friedrich Schinkel. Für das Neue Museum gestaltete Drake 1954 ein Stuckrelief mit dem Titel Die Geschichte unterweist die Baukunst, Bildhauerei, Malerei, und Grafik. Für die Berliner Siegessäule reichte Drake einen Entwurf ein, Man entschied sich jedoch für den Baumeister Johann Heinrich Strack. Die Viktoria auf der Siegessäule, die 1873 eingeweiht wurde gestaltete jedoch Drake. Modell stand für die Skulptur seine Tochter Margarethe.

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Deutsche Bahn will den Flughafen Tempelhof betreiben

Verfasst von antiquar am 5.4.2008

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn, hat nach einem Artikel der Berliner Morgenpost bei mehr als einhundert in- und ausländischen Wirtschaftsführern für den Weiterbetrieb des Flughafens Tempelhof geworben. Die Bahn plant im Vorfeld des Volksentscheids am 27. April eine Kampagne zur Offenhaltung des Flughafens, für die sie um Unterstützung bittet.

Schon vor einigen Monaten hat der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit den Plänen der Deutschen Bahn, den Flughafen selbst zu betreiben, eine Absage erteilt. Nun erneuerte die Bahn ihr Angebot, gemeinsam mit den amerikanischen Investoren Ronald S. Lauder und Fred Langhammer den Flughafen zu übernehmen und ein internationales Gesundheitszentrum mit Landebahn zu schaffen. Nach Angaben von Wolf-Dieter Siebert, Generalbevollmächtigter und Experte für wichtige und dringende internationale Projekte der Deutschen Bahn AG, macht das die Bahn nicht aus unternehmerischen Gründen, sondern als Berliner Unternehmen. Vergessen ist inzwischen weitgehend, dass die Deutsche Bahn im November 2005 ein Angebot der Hansestadt Hamburg annehmen wollte, als Gegenleistung für die Beteiligung an der Hamburger Hochbahn und der Hamburger Hafengesellschaft die Konzernzentrale nach Hamburg zu verlegen. Erst der Bund als Eigentümer stoppte aus standortpolitischen Erwägungen diese Pläne des Berliner Unternehmers Mehdorn, Arbeitsplätze aus Berlin auszulagern.

Damals sagte Bundesverkehrsminister Tiefensee in Bezug auf die Hamburger Kaufabsichten, es passe in die Zukunftsstrategie, den Konzern als Mobilitäts- und Logistik-Dienstleister zu stärken. Eine Beteiligung der Bahn am Flughafen Tempelhof passt jedoch kaum in die Zukunftsstrategie der Länder Berlin, Brandenburg und des Bundes. Diese gaben im sogenannten Konsensbeschluß vom 26. Mai 1996 die Empfehlung, den Flughafen Schönefeld als einzigen Berliner Flughafen auszubauen und die anderen zu schließen. Vorgesehen war die Schließung des Flughafens Tempelhof zum Zeitpunkt des rechtskräftigen Planfeststellung. Der Flughafen Tegel ist nach diesem Beschluß, der zwischen dem damaligen Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU), dem Brandenburger Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und dem Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann ausgehandelt wurde, spätestens bei Inbetriebnahme von BBI in Schönefeld zu schließen.

Die jetzigen Pläne der Bahn stoßen in Wirtschaft und Politik auf ein geteiltes Echo. Die von Bahnchef Mehdorn angeschriebenen Manager äußern überwiegend Unverständnis über die Schließungspläne. Der ehemalige Berliner Finanzsenator Klaus Riebschläger (SPD) und Friedbert Pflüger, der Fraktionsvorsitzende der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, halten nach Angaben der Berliner Morgenpost Tempelhof für den Erfolg des Flughafens Berlin Brandenburg International für wichtig. Senatssprecher Richard Meng kritisierte den Vorstandsvorsitzenden des Staatsunternehmens Deutsche Bahn, der mit seinem Brief Unterstützer gegen eine von den Eigentümern seines Unternehmens getroffene Entscheidung sammle.

 

 

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