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Archiv für 'Ausstellung' Kategorie


Jewgeni Chaldej - Der bedeutende Augenblick

Verfasst von antiquar am 11.5.2008

Seit 9. Mai - und noch bis zum 28. Juli 2008 - ist im Martin-Gropius-Bau eine Ausstellung zum Lebenswerk des Fotografen Jewgeni Chaldej zu sehen. Der Kurator der Retrospektive, Ernst Volland, lernte den Künstler 1991 kennen. Ernst Volland ist Herausgeber des 1994 erschienenen Buches Von Moskau nach Berlin : Bilder des russischen Fotografen Jewgeni ChaldejBilder aus einer gleichnamigen Ausstellung, die 2006 in Aalten/NL stattfand, wurden von Vollands Fotoagentur “Voller Ernst” zur Verfügung gestellt. Diese verwaltetet den Nachlaß Chaldejs. 

Die bekannteste Aufnahme des Kriegsfotografen Chaldej ist in mehreren Variationen zu sehen: Das Hissen der Roten Flagge auf dem Reichstag im Mai 1945, als Symbol für den Sieg über das Großdeutsche Reich. Die Szene wurde für den Fotografen am 2. Mai 1945 nachgestellt, danach wurde die Aufnahme mehrfach verändert. Zunächst fiel auf, dass ein beteiligter Rotarmist mehrere auf dem Foto erkennbare Armbanduhren trug. Zur Steigerung der dramatischen Wirkung dunkelte man Rauchschwaden im Hintergrund nach.

Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstr. 7
10963 Berlin
Mi - Mo 10 - 20
Eintritt
€ 5,– | € 3,– ermäßigt
Familienkarte € 10,–
Gruppen (ab 10 Pers.) p.P. € 3,–
Schüler- und Studentengruppen
(ab 5 Pers.) p.P. € 2,–
9. Mai bis 28. Juli 2008

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Sonderausstellung: 50 Jahre Luftwaffe der Bundeswehr

Verfasst von antiquar am 29.4.2008

Noch bis zum 31. Dezember 2008 läuft im Luftwaffenmuseum der Bundeswehr in Berlin-Gatow (auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes Berlin-Gatow) die Sonderausstellung 50 Jahre Luftwaffe der Bundeswehr. Im restaurierten Hangar 7 wird ein Querschnitt durch die Geschichte der bundesdeutschen Luftstreitkräfte vom Ende der Nazidiktatur bis in die heutige Zeit präsentiert. Gegliedert ist die Ausstellung in fünf Zeitabschnitte, die für die Veränderung im Verhältnis der Machtblöcke zueinander im Lauf der Jahrzehnte stehen:

1.Sicherheit im Kalten Krieg: Die Bundesrepublik und ihr Beitrag zum westlichen Verteidigungsbündnis (1945–1955)
2.Im Zeichen der “Massiven Vergeltung”: Aufstellung und Ausbau der Luftwaffe (1956–1967/69)
3.Im Zeichen der “Flexiblen Antwort”: Sicherheit im Bündnis und gesellschaftliche Integration (1967/69–1989)
4.Epochenwechsel: Die Bundeswehr im Wiedervereinigungsprozess ab 1989
5.Neue Verantwortung: Eine Armee im Einsatz (1991–2005)

Neben historischem Fluggerät werden auch Dokumente gezeigt sowie technische Geräte aus den Bereichen Bewaffnung, Verteidigung, Radar, Materialinstandhaltung und Flugsicherung. Des weiteren wird nicht ganz uneigennützig das Selbstverständnis der Luftwaffe, die Pilotenausbildung und das Leitbild der Bundeswehr erläutert.

Neben dieser Ausstellung finden noch weitere aktuelle Sonderausstellungen statt. Geöffnet ist das etwas abgelegene Luftwaffenmuseum Dienstags bis Sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr, der letzte Einlaß ist um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Früher mußte man seinen Ausweis vorzeigen, heute befindet sich dazu kein Hinweis auf den Internetseiten des Museums.

Der Eingang des Museums befindet sich am Ritterfelddamm/Am Flugplatz Gatow. Wenn die BVG nicht streikt erreicht man die Haltestelle Seekorso/Luftwaffenmuseum mit der Linie 135.

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Sex brennt - Ausstellung eröffnet am 6. Mai 2008

Verfasst von antiquar am 24.4.2008

Sex brennt - Magnus Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft und die Bücherverbrennung

Unter diesem Titel wird eine Ausstellung der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité gezeigt. Sie erinnert an den Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld und das von ihm gegründete Berliner Institut für Sexualwissenschaft. Magnus Hirschfeld wurde als Jude und Homosexueller ins Exil getrieben, das Institut ab dem 6. Mai 1938 von Nationalsozialisten geplündert. Die Bücher Hirschfelds wurden am 10. Mai 1938 im Rahmen der Aktion wider den undeutschen Geist auf dem Berliner Opernplatz verbrannt. Dabei wurde der sogenannte 4. Feuerspruch gerufen: “Gegen seelenzerfasernde Überschätzung des Trieblebens, für den Adel der menschlichen Seele! Ich übergebe der Flamme die Schriften des…”.

Auf dem Opernplatz, dem heutigen Bebelplatz, befindet sich heute das unterirdische Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung des israelischen Künstlers Micha Ullmann. Die Ausstellung im Medizinhistorischen Museum wird am 6. Mai eröffnet und ist dann vom 7. Mai bis zum 14. September 2008 zu besichtigen.

Hier die Pressemitteilung zur Ausstellung.

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Zug der Erinnerung - Die aktuellen Berliner Termine und Standorte

Verfasst von antiquar am 12.4.2008

Nach langen Querelen steht nun fest, dass der Zug der Erinnerung in Berlin an folgenden Bahnhöfen stehen wird:

  • Ostbahnhof                               13. - 14. April
  • Bahnhof Lichtenberg            15. - 16. April
  • Bahnhof Schöneweide          17. - 18. April
  • Bahnhof Westhafen              19. - 20. April
  • S-Bahnhof Grunewald          21. - 22. April

Die Ausstellung ist regulär von 9 Uhr bis 19 Uhr geöffnet, die Ankunft im Ostbahnhof wird jedoch erst für Sonntag 12 Uhr erwartet.

Die Deutsche Bahn zeigt eine immense Kretivität bei der Behinderung des Zuges. Man lasse sich die Art des Gedenkens nicht vorschreiben, außerdem gebe es die von der Bahn mit Hilfe in- und ausländischer Experten gestaltete Wanderausstellung “Sonderzüge in den Tod”. Diese Ausstellung wurde zunächst ab Januar im Bahnhof Potsdamer Platz gezeigt und reist zur Zeit durch Deutschland. Die Geschichte dieser Ausstellung reicht einige Jahre zurück. In Frankreich wurde 2005 auf nahezu allen großen Bahnhöfen eine umfangreiche Ausstellung über die Deportation jüdischer Kinder nach Auschwitz gezeigt. Das Begehren der Initiatoren - darunter Barbara Klarsfeld - die Ausstellung auch auf deutschen Bahnhöfen zu zeigen, wurde von Bahnchef Hartmut Mehdorn vehement zurückgewiesen. Er fand, wie jetzt beim Zug der Erinnerung zahlreiche haltlose Gegenargumente, bis schließlich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee das Anliegen unterstützte. Daraufhin erklärte sich die Bahn bereit, eine eigene Ausstellung zu erstellen. 

Des weiteren verweist die Deutsche Bahn auf die Dauerausstellung Die Reichsbahn in Weimarer Republik und Nationalsozialismus 1920-1945 im DB Museum Nürnberg. Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis des Ausstellungskataloges läßt vermuten, dass die Verstrickung der Reichsbahn in den Holocaust eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

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Senat stellt Berliner Gaslaternen ins Museum

Verfasst von antiquar am 11.4.2008

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung plant den Großteil der in Berlin stehenden Gaslaternen durch elektrische Leuchten zu ersetzen. Grund dafür sind Einsparungen in Millionenhöhe bei Verbrauch und Wartung, so dass sich die Lampen nach wenigen Jahren amortisiert haben. Erhalten bleiben nach Angaben aus der Senatsverwaltung ausschließlich die so genannten Schinkelleuchten, von denen ca. 5.600 überwiegend in touristischen Bereichen stehen. Entfernt werden zunächst 8.400, in einem zweiten Schritt noch einmal 30.000 Gasleuchten.

Die Privatisierung

Hintergrund ist die Privatisierung von Betrieb, Wartung und Reparatur der Berliner Straßenbeleuchtung. Diese erfolgte im Juli 2000 für die elektrische Beleuchtung, im Januar 2001 für die Gasbeleuchtung. In den ersten Jahren - der Vertrag lief bis 2005 - erhielt der Betreiber eine jährliche Pauschale von 9,9 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen bis dahin jährlich an BEWAG und GASAG gezahlte 25 Millionen Euro. Später ist von einem Gesamtvolumen von 130 Millionen Euro bei einer Laufzeit von Zehn Jahren die Rede. So zumindest in der Antragsbegründung zu einem Gesetz zu lesen, mit dem die Zuständigkeit für die Berliner Straßenbeleuchtung wieder der Hauptverwaltung übertragen wird. Der Plan zum Abbau der Gaslaternen stammt übrigens schon aus der Zeit der Zuständigkeit des Bezirks Mitte. Die damalige Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Dorothee Dubrau trat ab Juli 2005 vehement für einen Austausch der Leuchten ein, die von ihr vorgelegten Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit wurden jedoch vielfach angezweifelt. Ihr Engagement steht in krassem Gegensatz zu einem Beschluß des Berliner Abgeordnetenhaus von 1992, der den Erhalt der Gasbeleuchtung ausdrücklich vorsieht, sowie eigenen Äußerungen aus 2001, wonach es grundsätzlich Politik der Bezirke sei, die Gasbeleuchtung zu erhalten.

Die Kosten

Der private Betreiber der Straßenbeleuchtung hat das Interesse, seinen Gewinn zu maximieren, der Finanzsenator möchte die Ausgaben minimieren. Beiden stehen die Gaslaternen im Weg. Diese haben einen erheblich höheren Wartungsaufwand durch ihre Störanfälligkeit, auch die Energiekosten betragen ein mehrfaches gegenüber modernen Elektroleuchten. So waren der Firma AT.Lux, die 2001 für die Beleuchtung verantwortlich war, laut MieterMagazin folgende Wartungsintervalle vorgeschrieben: “Die elektrischen Lampen müssen alle vier Jahre gewartet werden, die störanfälligeren Gaslaternen jedes Jahr. Zusätzlich gibt es Kontrollfahrten: Die Elektroleuchten sollen einmal pro Quartal abgefahren werden, die gasbetriebenen Lampen sollen sogar jede Woche nachts und, um “Dauerbrenner” zu entdecken, einmal im Monat auch tags komplett auf ihre Funktion überprüft werden“. Mit den Betreibern wurden in den vergangenen Jahren Pauschalverträge abgeschlossen. Diese beinhalten, wie aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus hervorgeht, nicht die Gas- und Stromkosten. Somit haben sowohl die Landeskasse als auch der Betreiber erhebliche finanzielle Vorteile bei einem Austausch der Gaslaternen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gibt für die erste Umrüststufe Kosten von 25 Millionen Euro bei einer jährlichen Einsparung von 4,2 Millionen Euro an. Die entstehenden Kosten werden jedoch von Gegnern der Umrüstung in Frage gestellt.

Die Natur

Für Insekten stellen Gaslaternen, anders als die meisten üblichen Elektroleuchten keine Gefahr dar. Das von weiß strahlenden Lampen emittierte Licht, wie es bei Quecksilber-Hochdruckleuchten auftritt, zieht allerdings zahlreiche Fluginsekten an. Der Grund ist ihre Empfindlichkeit für den bei diesen Lampen hohen Anteil an blau-violetten, kurzwelligen Strahlen. Ungefährlicher sind Natrium-Hochdrucklampen, und die insektenfreundlichen Natrium-Niederdrucklampen strahlen langwelliges Licht ab. Deren monochromes, gelbes Licht erschwert das Farbensehen, und da es als unangenehm empfunden wird, kommt der Einsatz anstelle der Gaslaternen kaum in Betracht. Des weiteren wird die Natur auch durch die Rohre, mit denen das Gas transportiert wird beeinträchtigt. Alte Gußrohre - die immer noch anzutreffen sind, siehe den folgenden Abschnitt - wurden an den Verbindungen mit Hanf abgedichtet. Da das seit Ende 1996 in ganz Berlin verwendete Erdgas trockener ist als das zuvor genutzte Stadtgas, trocknen die Dichtungen und können undicht werden. Auch bei anderen Rohrsystemen kommt es zum Gasaustritt, dabei werden Straßenbäume bis zum Absterben geschädigt.

Geschichte der Berliner Gasbeleuchtung

 Am 19. September 1826 brannten in Berlin die ersten mit Gas betriebenen Straßenlaternen. Die Londoner Imperial Continental Gas Association (ICGA) beleuchtete zunächst die Straße Unter den Linden und hatte ein auf 21 Jahre abgesichertes Monopol für den Bereich innerhalb der Stadtmauern. Nach Ablauf des Vertrages ging am 1. Januar 1847 der Betrieb an die Städtischen Gaswerke, Vorläufer der GASAG. Diese hatten vorher ein eigenes Versorgungsnetz gebaut, die englischen Laternen blieben dunkel. Dennoch bestand über viele Jahre eine Konkurrenzsituation, denn die ICGA belieferte weiterhin private Verbraucher. Dadurch fiel der Gaspreis erheblich, was wiederum die Ausbreitung des Netzes - jeder Anbieter hatte nur eines für private und öffentliche Kunden - begünstigte. Erst Jahre später erhielten die Engländer wieder Aufträge für Straßenbeleuchtung, weiteten aber dann im Umland ihr Geschäft erheblich aus. So gab es bis zur  kriegsbedingten Liquidation der ICGA 1918 zwei große Anbieter auf heutigem Berliner Stadtgebiet, neben zahlreichen regionalen Versorgern, an denen diese oft beteiligt war. Die seit 1882 in Berlin anzutreffende elektrische Beleuchtung entwickelte sich ebenso rasant wie die Gasbeleuchtung. Beide Systeme bestanden nebeneinander, oft waren nur wenige Meter zwischen Gas- und Stromleuchte. Einen ersten Einbruch gab es im Ersten Weltkrieg, von ehemals 41.500 Vorkriegsleuchten waren danach nur noch 9.200 in Betrieb. In den Folgejahren gab es große technische Fortschritte, die zu Einsparungen führten. Es mußten aber auch Krisen bewältigt werden. Die Eingliederung der Gasversorger der Umlandgemeinden nach der Bildung Groß-Berlins 1920 warf Probleme auf. Die Inflation 1923, die Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre und der Zweite Weltkrieg ab 1939 führten zur Stillegung von Leuchten, erst als Sparmaßnahme, später wegen des Luftschutzes. Nach dem Krieg war die Bilanz verheerend: Von 84.000 Gaslaternen waren 36.000 unbrauchbar und nur 1.350 unbeschädigt, weniger als ein Prozent der Rohre war betriebsbereit, die technischen Anlagen waren zur Hälfte zerstört. Die Reparatur der gasbetriebenen Straßenbeleuchtung hatte keine Priorität, erst 1946 erging der Befehl, bis Anfang Oktober des selben Jahres 10.000 Gaslaternen in Betrieb zu nehmen. Trotz aller Bemühungen war dieses Ziel erst Anfang November 1946 erreicht. Die Materialknappheit führte dazu, dass in den Folgejahren jeweils weniger Laternen instand gesetzt wurden. Im sowjetischen Sektor wurden von 1950 bis 1957 noch zahlreiiche Leuchten aufgearbeitet, dann war der Vorrat an aufzuarbeitenden beschädigten Leuchten erschöpft. Es gab in der DDR keine leistungsfähigen Betriebe zur Produktion größerer Stückzahlen von Gasleuchten, außerdem galten sie als altmodisch gegenüber den modernen Elektroleuchten. So kam es ab Anfang der sechziger Jahre zu einem immer stärkeren Abbau der Gasbeleuchtung, der politisch gewollt war. Als Anfang 1977 die Umstellung von Stadtgas auf Erdgas beschlossen wurde, war dies das Ende für die Ost-Berliner Gasbeleuchtung. Da eine Umstellung auf Erdgas nicht machbar sei, sollten jeweils vor der Umstellung des betroffenen Gebietes die Gaslaternen durch Elektroleuchten ersetzt werden. Die Mangelwirtschaft der DDR verhinderte ein zügiges Fortschreiten der Bauarbeiten, und so überdauerten einige Leuchten in Treptow-Köpenick und in Marzahn-Hellersdorf die Wende. Doch steht der bei weitem überwiegende Teil der Gas-Straßenbeleuchtung in den westlichen Bezirken der Stadt. Dort gab es neben dar allgegenwärtigen Materialknappheit noch das Problem der Berlin-Blockade. Mit Beginn der Luftbrücke, am 26. Juni 1948, ordnete die Alliierte Militärregierung die sofortige Stillegung der Straßenbeleuchtung an. Daher ruhte die Instandsetzung des Beleuchtungsnetzes fast ein Jahr. Bis 1953 wurden dann alte Leuchten aufgearbeitet, die aber bald nicht mehr den Anforderungen genügten. Man entschied sich dafür, zukünftig neue Modelle einzusetzen. Dazu gehörten vierflammige, an das historische Bild erinnernde, aber auch vier- oder neunflammige sogenannte Reihenleuchten, die auf Peitschenmasten montiert wurden. Daneben entwickelte man für verschiedene Zwecke neue Bauformen, so dass - ebenso wie bei der elektrischen Straßenbeleuchtung -  eine Vielzahl verschiedener Typen gewartet werden muß. In den westlichen Stadtbezirken erfolgte nie ein politischer Beschluß zum Ende der Gasbeleuchtung, jedoch sank die Zahl der Gaslaternen ab 1968 stark. Zum einen ersetzte man an Hauptverkehrsstrßen wegen der besseren Ausleuchtung die Gasleuchten, zum anderen stattete man die historischen Kandelaber zum Teil mit elektrischen Glühlampen aus. Die Umstellung auf Erdgas führte von 1993 bis zu deren Abschluß zu der Notwendigkeit, an allen Gaslaternen Brenner und Düse auszutauschen.

Das Gaslaternen-Freilichtmuseum Berlin

Die Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr und die GASAG richteten das Museum, das vom Deutschen Technikmuseum Berlin betreut wird, 1978 ein. Derzeit befinden sich auf dem Ausstellungsgelände 90 Leuchten aus Berlin, Deutschland und dem europäischen Ausland. Die Gasleuchten wurden im Frühjahr 2006 mit Hilfe von Sponsoren umfassend restauriert. Das Gaslaternen-Freilichtmuseum Berlin befindet sich beiderseits der Straße des 17. Juni, zwischen S-Bahnbrücke und Klopstockstraße.

Die Zukunft der Gaslaternen

Bei den in den nächsten fünf Jahren auszutauschenden Leuchten handelt es sich um die Gasreihenleuchten an Peitschenmasten. Diese in den 50er Jahren errichteten Anlagen sind von ihrer Gestaltung nicht mit den an das historische Erscheinungsbild angelehnten Schinkelleuchten zu vergleichen. Sie zeichnen sich durch eine größere Helligkeit aus, die durch neun Gasflammen erzeugt wird. Daher haben sie auch einen hohen Gasverbrauch. Reihenleuchten wurden meist nicht innerhalb von Wohngebieten, sondern an stärker befahrenen Straßen mit größerem Lichtbedarf aufgestellt. Erst in der zweiten Austauschphase plant der Senat den Lampenkahlschlag: 30.000 Gasleuchten sollen ab 2014 ersetzt werden. Hierbei werden wohl nahezu alle Leuchten, die nicht in eng begrenzten touristischen Gebieten liegen ausgetauscht. Im Gegensatz zu den kaum erhaltenswerten Gasreihenleuchten (bitte eine ins Gaslaternenmuseum) handelt es sich bei diesen überwiegend um in den Augen des Betrachters als historisch erscheinende Objekte. Dieser Eindruck täuscht jedoch meist, da wie beschrieben nach den Kriegen fast nichts mehr übrig war. Die meisten der vorhandenen Gasleuchten entstanden lange nach dem zweiten Weltkrieg, nur die Optik wurde aus ästhetischen Gründen an die Vorbilder angelehnt. Selbst die wenigen erhaltenen historischen Leuchten haben immer ein modernes Innenleben, allein schon wegen der Erdgas-Umstellung. Wenn die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nun plant, die Gasleuchten durch elektrische, historisierende zu ersetzen, soll sie machen. Die Behörde erteilte einen Forschungsauftrag zur Entwicklung von LED-Leuchten, die optisch wie Gaslaternen wirken. Bei überzeugenden Ergebnissen spricht nun wirklich nichts mehr gegen ein Ende der Gasbeleuchtung auf Berliner Straßen. Dennoch wird es nicht dazu kommen: Anders als beim aktuellen Volksbegehren zum Erhalt des Flughafen Tempelhof als Verkehrsflughafen, das nie eine Chance hatte, besteht die Möglichkeit die Senatspläne zur Gasbeleuchtung zu stoppen. Die öffentliche Meinung ist wohl überwiegend pro Gasbeleuchtung eingestellt, zum Beispiel im Hauptstadtblog.

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Ausstellung “Jüdische Häftlinge im KZ Sachsenhausen 1936-1945″

Verfasst von antiquar am 7.4.2008

Im Roten Rathaus wird am 7. April um 17 Uhr eine Ausstellung über das Schicksal der jüdischen Häftlinge im “Konzentrationslager der Reichshauptstadt” eröffnet. Es sprechen ab 17 Uhr der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Günter Morsch und die Chefin der Senatskanzlei, Staatssekretärin Barbara Kisseler. Danach ist die Ausstellung, die aus Dokumenten, Zeichnungen und Texten besteht, im Eingangsbereich des Roten Rathauses Montags bis Freitags von 9 Uhr bis 18 Uhr bei freiem Eintritt zu besichtigen.

Nachdem in den ersten Jahren der Konzentrationslager kleine, provisorische Lager ausreichten mußte man später aufgrund steigender Häftlingszahlen neue Wege gehen. Es wurden weitere Lager errichtet, darunter das KZ Sachsenhausen. Häftlinge der Emslandlager errichtet es ab Sommer 1936. Laut Polizeichef Heinrich Himmler sollte es den Prototyp eines “modernen, vollkommen neuzeitlichen und jederzeit erweiterungsfähigen Konzentrationslagers” darstellen. Durch seine Konzeption als Musterlager und Ausbildungsstätte für Wachpersonal sowie seine Nähe zur Reichshauptstadt Berlin hatte es eine Sonderrolle. Zu jener Zeit waren nicht mehr ausschließlich politische Gegner inhaftiert, auch sogenannte Asoziale, Arbeitsscheue, rassisch und biologisch Minderwertige sowie Kriminelle wurden in Lager verbracht. Später kamen ausländische Zwangsarbeiter und Alliierte Kriegsgefangene hinzu, so dass sich zum einen die Häftlingsstruktur ständig wandelte, zum anderen die Gefangenenzahlen immer weiter anstiegen.

Von den insgesamt ca. 200.000 Häftlingen des KZ Sachsenhausen waren etwa 30.000 jüdischen Glaubens. Im Zuge der Novemberpogrome 1938 kamen zunächst nach unterschiedlichen Angaben 6.000 bis 10.000 jüdische Bürger nach Sachsenhausen. Von denjenigen die, bis dahin überlebten wurden die meisten im August 1939 entlassen - sofern sie zur Auswanderung bereit waren, sich diese leisten konnten und ihren Besitz dem Staat überschrieben. Ab Kriegsbeginn wurden Zivilisten aus den besetzten Gebieten interniert, später Kriegsgefangene, darunter auch viele Juden. Die meisten jüdischen Häftlinge wurden 1942 nach Auschwitz deportiert. Ausnahmen bildeten Sonderkommandos wie die nur mit Juden betriebene Fälscherwerkstatt, die im Rahmen der Aktion Bernhard englische Banknoten im Nennwert einiger Milliarden Pfund fälschte. Im Frühjahr 1945 gelangten mit der Auflösung der Arbeits- und Vernichtungslager im Osten wieder Tausende von Juden in das KZ Sachsenhausen, welches selbst schon zur Räumung vorbereitet wurde.

Zuerst waren Hunger, Kälte und Krankheit neben Mißhandlungen die Haupttodesursachen. Später starben immer mehr Menschen durch Zwangsarbeit in Sachsenhausen und seinen Außenlagern. Es folgten systematische Massentötungen, durch Erschießung und Einsatz von Gaswagen sowie einer Gaskammer. Daneben wurden medizinische Experimente durchgeführt, die meist tödlich endeten. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs räumte man das Lager und zwang die Lagerinsassen zum Marsch nach Nordwesten, in ein Waldgebiet nahe Wittstock. Dabei starben noch zahlreiche Häftlinge durch Entkräftung oder wurden erschossen, bis ihre Bewacher schließlich vor der herannahenden Roten Armee flüchteten. Von den zurückgelassenen marschunfähigen Insassen starben in den Wochen danach noch mehrere Hundert an den Folgen der KZ-Haft.

Das ehemalige KZ Sachsenhausen diente kurzzeitig als Übergangslazarett für Kriegsopfer und ehemalige Gefangene. Danach zog der sowjetische Geheimdienst NKWD mit dem Speziallager 7 ein. Nachdem dieses 1950 aufgelöst wurde, nutzte die Kasernierte Volkspolizei das Gelände. Im April 1961 kamen 100.000 Gäste zur Eröffnung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen , die seit 1993 als Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten ist.

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Selbstbehauptung, Widerstand, Verfolgung - Die Sozialistische Jugend Deutschlands (SJD)

Verfasst von antiquar am 4.4.2008

Der Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen lädt zu einer Ausstellung mit dem Untertitel: “Die Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken” 1945 bis 1961. Diese findet - noch bis zum 25. April -in der Berolina-Galerie des Rathauses Mitte, Karl-Marx-Allee 31 statt. Geöffnet sind die Ausstellungsräume Montags bis Freitags von 9 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt.

Erstellt wurde die Ausstellung von Dr. Falco Werkentin, dem stellvertretenden Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicheheitsdienstes in Berlin. Werkentin, Soziologe und Politikwissenschaftler forscht und publiziert seit 1991 zur Justiz- und Herrschaftsgeschichte der DDR.  Er arbeitete an der Wanderausstellung „Im Namen des Volkes? Über die Justiz im Staat der SED” mit, die seit 1994 gezeigt wurde.

Die Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken wurde 1947 von der Alliierten Kommandantur für Berlin zugelassen. Vorgängerorganisation war neben anderen die Sozialistische Arbeiterjugend SAJ, die zusammen mit der SPD 1933 von den neuen Machthabern in Deutschland verboten wurde.

Die SPD-nahe Sozialistische Jugend Deutschlands bestand bis zum Mauerbau am 13. August 1961 auf ihrem Recht, sich auch in Ost-Berlin betätigen zu dürfen. Dem entgegen stand der Alleinvertretungsanspruch der DDR-Massenorganisationen. Schon 1946 erfolgte die Vereinigung von KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) sowie die Gründung der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Die politische Betätigung anderer Gruppierungen in der Ost-Berlin war oft verboten, immer aber gefährlich. So wurde ein 18jähriger 1949 von einem sowjetischen Militärgericht für das Kleben von SPD-Wahlplakaten zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt. Ein 15jähriger aus dem Wedding wurde bei einer Demonstration von der Volkspolizei erschossen.

Nicht Gegenstand der Ausstellung ist das Verhalten der Bundesrepublik gegenüber politisch Andersdenkenden. So wurde die FDJ in der Bundesrepublik Anfang der 1950er Jahre, nachdem man zunächst Berufsverbote gegen Mitglieder verhängt hatte, kurzerhand wegen verfassungswidriger Ziele verboten. Anlaß war hier eine geplante Volksbefragung zur Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. Da der Ausgang einer solchen Volksbefragung bei dem damals - sechs Jahre nach Kriegsende - weit verbreiteten Antimilitarismus unsicher war, verbot man diese gleich mit, weil sie verfassungswidrig sei. Der Vorsitzende der FDJ in Westdeutschland erhielt eine fünfjährige Zuchthausstrafe nachdem er wegen Hochverrat angeklagt wurde. Bei einer verbotenen Kundgebung in Essen starb ein Demonstrant durch den Schuss eines Polizisten.

Die fehlende Geschichtsaufarbeitung in der alten BRD soll jedoch kein Grund sein, die nun eröffnete Ausstellung zu kritisieren - das ist eben ein anderes Thema. Die Landesbehörde für die Stasi-Unterlagen steht für eine neutrale, wohl ausgewogene Darstellung der Geschichte der SDJ in den ersten Jahren der DDR. Dies ist leider bei Publikationen zur Geschichte der DDR nicht die Regel, und auch zur SDJ findet sich kaum unabhängige Literatur.

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Das Haus von Hannah Höch - letztes Fragment des Flughafen Schulzendorf

Verfasst von antiquar am 3.4.2008

Am heutigen Tag wird im Heimatmuseum Reinickendorf mit einer Vernissage die Sonderausstellung Das Haus von Hannah Höch eröffnet. Gezeigt werden bis zum 1. Juni Aufnahmen des Hauses, die im Juni 1978 entstanden. Fotograf war Rainer König, Professor an der Hochschule der Künste und Neffe von Hannah Höch, die das Haus von 1939 bis zu ihrem Tod im Mai 1978 bewohnte. Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt Mo 9-13.30 Uhr, Di-Fr und So 9-16 Uhr geöffnet.

Das Haus An der Wildbahn 33 / An der Hasenfurt 1 ist als Baudenkmal unter Denkmalschutz gestellt. Es wurde 1912 als Wärterhäuschen für den von 1911 bis 1919 genutzten Flugplatz Schulzendorf erbaut. Nachdem Hannah Höch mittels einer Erbschaft das Gebäude erwarb, nutzte Sie es zum als Atelier- und Wohnhaus. Der Garten sicherte der als Kulturbolschewistin bezeichneten und für ihre “Entartete Kunst” geschmähten Künstlerin während Diktatur und Nachkriegszeit das überleben. Im Verlauf von vierzig Jahren entwickelte sich dieser auch zu einem wesentlichen Teil ihres künstlerischen Schaffens. Heute wird das Gelände vom Künstlerhaus Hannah Höch e.V. betreut, der nach vorheriger Anmeldung Führungen anbietet.

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Zug der Erinnerung in Berlin - leider auf dem Abstellgleis?

Verfasst von antiquar am 3.4.2008

Nachdem der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn die Ausstellung “Sonderzüge in den Tod” erst nach langen öffentlichen Diskussionen und nach Intervention des Verkehrsministers Tiefensee auf die Bahnhöfe ließ, findet das Trauerspiel Erinnerungskultur der Deutschen Bahn eine Fortsetzung. Darüber berichtete gestern das abendschaublog. Wieder ist es eine private Initiative, die an die unter Beteiligung der Deutschen Reichsbahn verübten Verbrechen erinnert - und wieder versucht Hartmut Mehdorn mit allen Mitteln gegen die Aktion vorzugehen. Der gemeinnützige Verein Zug der Erinnerung wandte sich an das Bundesverkehrsministerium, mit der Bitte um Erlaß der anfallenden Kosten für die Nutzung der Bahn-Infrastruktur. Dieses lehnte unter Verweis auf die wirtschaftliche Eigenverantwortung der Bahn das Ansinnen ab, stellte jedoch Geld für den Aufenthalt des Zuges in Berlin zur Verfügung. Die Ablehnung ist verständlich, zuständig für eine solche Kostenbefreiung ist der Leistungserbringer Deutsche Bahn, nicht die Aufsichtsbehörde.

Seit dem 9. November 2007 ist der Zug unterwegs auf seiner Fahrt nach Auschwitz. Die Deutsche Bahn verlangt für die Nutzung von Schiene und Bahnhöfen ca. 3,50 Euro pro Kilometer, 5,- Euro für jede Stunde Standzeit und 450 Euro für jeden Ausstellungstag. Sie verweist auf die Rechtslage, die eine Gleichbehandlung aller Eisenbahnunternehmen vorschreibe. Da der Zug, bestehend aus einer Dampflok und zwei Ausstellungswagen, von einem anderen Unternehmen auf die Schiene gebracht wurde, ist die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben verpflichtet die Entgelte in Rechnung zu stellen. Mehrere Bundestagsabgeordnete aller Parteien appelierten an Bahnchef Mehdorn, die Kosten für den Ausstellungszug zu erheben und den Betrag anschließend zu spenden. Dieses Anliegen wurde von Otto Wiesheu (DB-Vorstand Wirtschaft und Politik) zurückgewiesen, man werde sich öffentlichem Druck nicht beugen.

Da die Reise des Zuges nicht verhindert werden kann, bemühen sich die Verantwortlichen der Bahn ihn zu behindern wo sie nur können.  In Köln wurden die Standzeiten nicht verlängert, in Hamburg sollte die Dampflok aus Sicherheitsgründen nicht in den Bahnhof - dort scheint es keine Rangierloks zu geben. In Berlin wird die Nutzung des Hauptbahnhofs aus dem selben Grund verweigert, auch der Hauptdeportationsort Berlins, der Bahnhof Grunewald soll nicht angefahren werden. Aus der Sicht des Vorstandes Mehdorn ist ein solches Gedenken in der Form auch gar nicht nötig. So sagte er schon im Zusammenhang mit der Ausstellung Sonderzüge in den Tod dass dieses Thema nicht auf einen hektischen Bahnhof gehört. Außerdem habe die Bahn schon eine Dauerausstellung im DB Museum in Nürnberg.

Durch diese Posse sind sowohl der Zug der Erinnerung als auch die Bahn nun schon seit Wochen in der Presse präsent, was zumindest für die Ausstellung eine gute Öffentlichkeitsarbeit ist. Aufgrund der Blockadehaltung der Bahn sind die folgenden Termine für den Berliner Aufenthalt nur unverbindlich, genaueres wird man der Tagespresse oder der Intenetseite des Zuges der Erinnerung entnehmen können.

Vom 13.-14. April im Hauptbahnhof
Vom 15.-16. April in Berlin Lichtenberg
Vom 17.-18. April in Berlin Schöneweide
Vom 19.-20. April in Berlin Westhafen/Putlitzbrücke
Vom 21.-22. April in Berlin Grunewald

Sollte es denn mit dem Besuch der Ausstellung nicht klappen, empfehle ich das Buch Mit der Reichsbahn in den Tod von Heiner Lichtenstein.

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Dokumentationsstätte “Flucht und Vertreibung” im Deutschlandhaus

Verfasst von antiquar am 21.3.2008

Im denkmalgeschützten Deutschlandhaus in der Stresemannstraße wird eine Erinnerungsstätte zu Flucht und Vertreibung geschaffen. Das Bundeskabinett setzt mit seinem Beschluss vom Mittwoch eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag von 2005 um. Schon 2000 gründete der Bund der Vertriebenen die Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen, mit dem Zweck eine gleichnamige Einrichtung in Berlin zu eröffnen. Nachdem in den letzten Jahren überwiegend aus Polen und Tschechien Vorbehalte gegen ein solches Zentrum in Berlin geäußert wurden, entspannte sich mit dem Regierungswechsel in Polen die Diskussion. Die Bundesregierung möchte die osteuropäischen Nachbarländer einbinden, eine direkte Beteiligung lehnt allerdings zumindest Polen noch ab.

Ob und wie die Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen beteiligt wird bleibt abzuwarten. Als ihre Aufgabe sieht sie die Dokumentation der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg, gleichrangig mit der Information über Völkermord und Vertreibung anderer Völker. Ihre Kompetenz hat sie mit der sachlichen und umfassenden Ausstellung Erzwungene Wege, die 2006 in Berlin gezeigt wurde, unter Beweis gestellt.

Die nun beschlossene Ausstellung unterliegt der Verantwortung des Deutschen Historischen Museums, die Erinnerungsstätte wird als unselbständige Stiftung geführt. Wenn in ähnlicher Form wie in früheren Ausstellungen über Völkermord und Vertreibung informiert wird, dürften heftige Reaktionen vor allem aus Südosteuropa nicht ausbleiben.

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