Verfasst von antiquar am 2.5.2008
Neu eröffnet und seit heute zu besuchen ist die Königliche Gartenakademie auf dem Gelände der ehemaligen Königlichen Gärtnerlehranstalt. In einigen denkmalgerecht sanierten alten Gewächshäusern haben sich Unternehmen niedergelassen, die alles was des Gärtners Herz begehrt anbieten. Die Königliche Gartenakademie selbst bietet Kurse zur Gartengestaltung, Einzelberatung in Fragen des Gartendesigns, der Planung und der Ausführung. Ergänzt wird das Angebot der Akademie durch das nach dem Gründer der Königlichen Gärtnerlehranstalt, Peter Joseph Lenné, benannte Café Lenné, welches sich sich im ehemaligen Palmenhaus befindet. Fachkundige Führungen durch die Gartenakademie und deren alte Gemäuer bietet das Unternehmen art:berlin an. Wenn noch etwas Zeit bleibt, bietet sich ein Besuch im Botanischen Garten an, der nicht weit entfernt ist.
Königliche Gartenakademie
Altensteinstraße 15a
Berlin-Dahlem
Buslinie X83, 101, Haltestelle Königin-Luise-Platz/Botanischer Garten
U3 Dahlem-Dorf, 10 Minuten Fußweg
Geöffnet Mai - September
Montag - Freitag 9.30 Uhr - 19.30 Uhr
Samstag 9.30 Uhr - 18 Uhr
Sonntag 11 Uhr - 16 Uhr
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Verfasst von antiquar am 17.4.2008
Heute Mittag gegen 14 Uhr stürzte die umlaufende Galerie der Britzer Mühle ein, während sich mehrere Personen darauf befanden. Der Müller zeigte einem Paar, das dort seine Hochzeit feiern wollte, die Mühle. Bei der Besichtigung der hölzernen Außengalerie stürzte diese unvermittelt aus ca. fünf Metern Höhe zu Boden. Der Müller, das Paar und ihr Kind wurden teils mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Das Unglück ereignete sich, während von zwei Auszubildenden an der Galerie gearbeitet wurde. Ein Mitarbeiter der Betreiberfirma GRÜN BERLIN - Park und Garten GmbH sagte dazu, es handele sich um Reparaturarbeiten, die in Auftrag gegeben würden, gerade um ein Unglück wie das geschehene zu verhindern.
Die Geschichte der Britzer Mühle
Die Britzer Mühle wurde 1865/66 als Galerieholländerwindmühle errichtet und wurde von verschiedenen Müllern bis 1936 als Windmühle betrieben. Dann legte ein Pächter den Windantrieb still und installierte einen Dieselmotor. Die Mühle wurde 1943 durch Bombentreffer schwer beschädigt. 1947 erfolgte die Wiederinbetriebnahme mit erneuerter Technik, die 1953 ausgebaut und in einer anderen, moderneren Mühle verwendet wurde. Damit endete für 33 Jahre der Mahlbetrieb in der Britzer Mühle, die seit 1955 unter Denkmalschutz steht. Bei umfangreichen Renovierungsarbeiten Ende der fünfziger Jahre deckte man Haube und Mühlenkörper mit Holzschindeln neu ein, erneuerte oder reparierte die Flügel und stellte auch die Galerie wieder her. Ein Betrieb der Mühle war nicht vorgesehen. Das Land Berlin erwarb das Grundstück 1959 und verpachtete die Mühle zeitweise an eine Pfadfinderorganisation. Nachdem das Abgeordnetenhaus von Berlin eine Einbindung der Britzer Mühle in die Bundesgartenschau 1985 beschlossen hatte, wurde sie ab 1983 funktionsfähig instand gesetzt, Anläßlich der Bundesgartenschau im späteren Britzer Garten erfolgte durch deren Schirmherr, Bundespräsident Richard von Weizsäcker, die Eröffnung der Mühle. Schon bald zeigten sich technische Mängel, die neue Flügel und den Austausch von Getriebeteilen erforderlich machten. Seit April 1989 ist die Britzer Mühle als einzige voll funktionsfähige historische Windmühle in Berlin wieder in Betrieb.
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Verfasst von antiquar am 8.4.2008

Die Wasserkaskaden am Fernsehturm, die nicht nur an heißen Sommertagen Berliner und Touristen erfreuen, gehören zu den größten und aufwändigsten Wasserspielen der Stadt. Viele andere Brunnen im Bezirk Mitte sprudeln schon seit Ostern, die frisch renovierte Brunnenanlage am Fuße des Fernsehturms ist jedoch - außer bei Regenwetter - trocken.
Der unter Leitung von Walter Herzog 1971 im Umfeld des Fernsehturms installierte Bunnen verfiel in den letzten Jahren zusehends. Auf Grund der städtebaulichen Bedeutung der Anlage und seiner Eigenschaft als Anziehungspunkt im alten Zentrum Berlins wurde die Komplettsanierung beschlossen. Nach der von Ende 2005 bis August 2007 erfolgten umfassenden Sanierung war der Brunnen nur einige Wochen in Betrieb. Jetzt zeigen sich Schäden, die die Wiederinbetriebnahme nach der Winterpause möglicherweise erheblich verzögern. Derzeit wird als voraussichtlicher Zeitpunkt der Inbetriebnahme der 14. April angegeben.
Ursprünglich bestanden die Brunnenschalen aus mit Kunststein verkleidetem Beton. Im Zuge der Sanierung versah man den Beton mit einer Abdichtung, auf die Granitplatten aufgebracht wurden. Nach Angaben des zuständigen Straßen- und Grünflächenamtes sondere das Mörtelbett, in dem die Granitverkleidung liegt, Kalk ab welcher die Pumpen verstopfe. Nun wird dem Brunnenwasser wie schon 2007 eine Säure zugegeben, die den Kalk auflösen soll.
Auch in diesem Jahr werden zahlreiche Brunnen in Berlin nur durch das Engagement von Sponsoren ans plätschern kommen. Dazu schrieb die Berliner Morgenpost am 22. März, die Außenwerber Wall AG und Ströer Media würden alleine den Betrieb von 260 Berliner Zierbrunnen ermöglichen.
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Verfasst von antiquar am 6.4.2008

Am 6. April 1882 verstarb der Berliner Bildhauer Johann Friedrich Drake im Alter von 76 Jahren. Bestattet wurde er auf dem Alten St.-Matthäus-Friedhof in Schöneberg in einem heute noch erhaltenen Ehrengrab. Im Berliner Tiergarten befindet sich ein von ihm 1849 geschaffenes Standbild des Königs Friedrich Wilhelm III., die 1953 entstandene Figurengruppe Nike bekränzt den Sieger steht auf der Schlossbrücke. Nicht weit entfernt, auf dem Schinkelplatz stößt man auf sein Denkmal für Karl Friedrich Schinkel. Für das Neue Museum gestaltete Drake 1954 ein Stuckrelief mit dem Titel Die Geschichte unterweist die Baukunst, Bildhauerei, Malerei, und Grafik. Für die Berliner Siegessäule reichte Drake einen Entwurf ein, Man entschied sich jedoch für den Baumeister Johann Heinrich Strack. Die Viktoria auf der Siegessäule, die 1873 eingeweiht wurde gestaltete jedoch Drake. Modell stand für die Skulptur seine Tochter Margarethe.
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Verfasst von antiquar am 4.4.2008
Eine überwältigende Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner ist für den Erhalt von Tempelhof als Verkehrsflughafen. Im In- und Ausland schaut man dieser Tage besorgt nach Berlin. Mit Unverständnis wird registriert, wie die Berliner Regierung einen bis dato einmaligen Standortvorteil opfern will.
Dies behauptet die “Trägerin des angestrebten Beschlusses” in der amtlichen Information zum Volksentscheid “Tempelhof bleibt Verkehrsflughafen”. Auf ihren Internetseiten konnte ich nur eine Anzeigetafel mit dem Text 74 Prozent der Berliner sind für den Erhalt von Tempelhof finden, jedoch nicht die Umfrage, auf die häufig Bezug genommen wird. Diese wurde am 10. Februar 2007 in der Berliner Morgenpost veröffentlicht. Auftraggeber der dimap-Umfrage waren die Berliner Morgenpost und die RBB-Abendschau. Weder aus dem Zeitungsartikel, noch aus der Grafik zur Umfrage geht hervor, wie die Frage formuliert wurde. Bei genauerem Hinsehen kann allerdings keine Rede mehr davon sein, dass “eine überwältigende Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner” für den Erhalt von Tempelhof als Verkehrsflughafen” ist. Vielmehr wollen 34 Prozent der Befragten den normalen Weiterbetrieb, und nur das wäre ja der angestrebte Erhalt als Verkehrsflughafen laut Forderung der ICAT: “Die Offenhaltung Tempelhofs: als Verkehrsflughafen und in sinnvoller Ergänzung zum Großflughafen Berlin-Schönefeld“. Weitere 40 Prozent befürworten eine eingeschränkte Nutzung, nach Morgenpostangaben beispielsweise durch Geschäfts- und Ambulanzflieger.
Fazit:
Die Aussage: “Die überwältigende Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner ist für den Erhalt von Tempelhof alsVerkehrsflughafen” ist nicht belegt.
Hier wird schon beim ersten Argument mit dem beliebten Mittel der Wählertäuschung gearbeitet. Ob es die Befürworter der Schließung anders machen, wird man in den nächsten Tagen - bis zum Volksentscheid - auf diesen Seiten sehen.
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Verfasst von antiquar am 3.4.2008
Am heutigen Tag wird im Heimatmuseum Reinickendorf mit einer Vernissage die Sonderausstellung Das Haus von Hannah Höch eröffnet. Gezeigt werden bis zum 1. Juni Aufnahmen des Hauses, die im Juni 1978 entstanden. Fotograf war Rainer König, Professor an der Hochschule der Künste und Neffe von Hannah Höch, die das Haus von 1939 bis zu ihrem Tod im Mai 1978 bewohnte. Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt Mo 9-13.30 Uhr, Di-Fr und So 9-16 Uhr geöffnet.
Das Haus An der Wildbahn 33 / An der Hasenfurt 1 ist als Baudenkmal unter Denkmalschutz gestellt. Es wurde 1912 als Wärterhäuschen für den von 1911 bis 1919 genutzten Flugplatz Schulzendorf erbaut. Nachdem Hannah Höch mittels einer Erbschaft das Gebäude erwarb, nutzte Sie es zum als Atelier- und Wohnhaus. Der Garten sicherte der als Kulturbolschewistin bezeichneten und für ihre “Entartete Kunst” geschmähten Künstlerin während Diktatur und Nachkriegszeit das überleben. Im Verlauf von vierzig Jahren entwickelte sich dieser auch zu einem wesentlichen Teil ihres künstlerischen Schaffens. Heute wird das Gelände vom Künstlerhaus Hannah Höch e.V. betreut, der nach vorheriger Anmeldung Führungen anbietet.
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Verfasst von antiquar am 31.3.2008
Als eines der ersten Gewerkschaftshäuser entstand Ende des 19. Jahrhunderts das von ihrem ersten Geschäftsführer die “rote Burg am Engelufer” genannte Gebäude. Ziel war es zum einen, den Arbeitern ein eigenes Haus zur Vertretung ihrer Interessen zu geben. Zum anderen sollte das Haus zu einem Zentrum des Berliner Gewerkschaftslebens werden. Der wohlhabende Physiker und Sozialdemokrat Martin Leo Arons stellte das nötige Kapital für den Grundstückskauf zur Verfügung, als Bauherr trat die von dreißig Gewerkschaftsorganisationenen gegründete “Gesellschaft Gewerkschaftshaus” auf.
Die Architekten Konrad Reimer und Friedrich Körte entwarfen einen dem Späthistorismus zuzuschreibenden reich verzierten Backsteinbau, bestehend aus Vorderhaus, Seitenflügel und zwei Quergebäuden. Dieser muß schon 1907 wiederum von der Societät Reimer & Körte erheblich erweitert werden.
Das Vorderhaus war für die Büros der Berliner Gewerkschaftskommission und der über neunzig nicht in Zentralgewerkschaften organisierten Einzelgewerkschaften vorgesehen. Auch der zentrale Arbeitsnachweis, ein Restaurant und zwei Ladengeschäfte befanden sich hier. Das erste Quergebäude war mit Kegelbahnen, Versammlungsräumen und Sälen für bis zu 1.000 Personen ausgestattet. Im zweiten Quergebäude gab es Gästezimmer für reisende Gesellen und Gewerkschaftsfunktionäre, eine Obdachlosenonunterkunft für Arbeitslose sowie Küche, Badeanstalt und Waschküche.
Am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften verboten, das Gewerkschaftshaus von der SA besetzt. Das Vermögen der Gewerkschaften wurde auf die am 10. Mai gegründete nationalsozialistische Deutsche Arbeitsfront (DAF) übertragen. Diese nutzte das Haus, welches in “Haus der deutschen Arbeit” umbenannt wurde, bis zum Kriegsende 1945.
Nun diente das Gebäude - wie auch schon im Ersten Weltkrieg - als Notkrankenhaus, dann bis Anfang der neunziger Jahre als Krankenhaus Mitte. Das Institut für Tropenmedizin war bis 1997 hier zu Hause, anschließend wurde von einem privaten Investor das unter Denkmalschutz stehende Ensemble saniert und ist jetzt ein Wohn- und Gewerbeobjekt.
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Verfasst von antiquar am 21.3.2008
Im denkmalgeschützten Deutschlandhaus in der Stresemannstraße wird eine Erinnerungsstätte zu Flucht und Vertreibung geschaffen. Das Bundeskabinett setzt mit seinem Beschluss vom Mittwoch eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag von 2005 um. Schon 2000 gründete der Bund der Vertriebenen die Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen, mit dem Zweck eine gleichnamige Einrichtung in Berlin zu eröffnen. Nachdem in den letzten Jahren überwiegend aus Polen und Tschechien Vorbehalte gegen ein solches Zentrum in Berlin geäußert wurden, entspannte sich mit dem Regierungswechsel in Polen die Diskussion. Die Bundesregierung möchte die osteuropäischen Nachbarländer einbinden, eine direkte Beteiligung lehnt allerdings zumindest Polen noch ab.
Ob und wie die Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen beteiligt wird bleibt abzuwarten. Als ihre Aufgabe sieht sie die Dokumentation der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg, gleichrangig mit der Information über Völkermord und Vertreibung anderer Völker. Ihre Kompetenz hat sie mit der sachlichen und umfassenden Ausstellung Erzwungene Wege, die 2006 in Berlin gezeigt wurde, unter Beweis gestellt.
Die nun beschlossene Ausstellung unterliegt der Verantwortung des Deutschen Historischen Museums, die Erinnerungsstätte wird als unselbständige Stiftung geführt. Wenn in ähnlicher Form wie in früheren Ausstellungen über Völkermord und Vertreibung informiert wird, dürften heftige Reaktionen vor allem aus Südosteuropa nicht ausbleiben.
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Verfasst von antiquar am 15.3.2008
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten hat nach mehrjähriger Weigerung nun zwei ausgewählte Wege im Schloßpark Charlottenburg für Fahrradfahrer freigegeben. Somit sind das Belvedere und das Mausoleum jetzt mit dem Zweirad erreichbar. In letzterem kann man die Gruft der Königin Luise noch bis zum 31. März besichtigen, dann wird wegen Sanierungsarbeiten bis 2010 nur die Gedächtnishalle zugänglich sein.
Die einzige konfliktträchtige Stelle auf den gemeinsam von Radfahrern und Fußgängern genutzten Strecken ist wohl am Belvedere, da der Weg unmittelbar am Eingang vorbeiführt. Hier wie auch auf allen anderen Wegen gilt: Fußgänger haben Vorrang.

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Verfasst von antiquar am 14.3.2008
Da dachte ich zunächst an das Denkmal für die ermordeten Juden Europas.
Tatsächlich ging es in dem so überschriebenen Artikel der Berliner Morgenpost um eine Ausstellung über den von Hitler und Speer geplanten Umbau Berlins zur Reichshauptstadt “Germania”. Diese vom Verein Berliner Unterwelten ohne öffentliche Förderung erstellte Ausstellung eröffnet am kommenden Samstag in unmittelbarer Nähe des Holocaust-Mahnmals.

Jenes wiederum besteht aus einer unterirdischen Ausstellung im Ort der Information (2.116m², 10,3 Millionen Euro Bausumme aus dem Bundeshaushalt) und einem oberirdischen Stelenfeld (19.073m², 13,9 Millionen Euro Bausumme aus dem Bundeshaushalt). Als ich dort war wurde das Stelenfeld als Abenteuerspielplatz genutzt, die Benutzerordnung hatte wohl niemand gelesen. Der Architekt Peter Eisenman erläuterte sein Projekt 1998: “Ausmaß und Maßstab des Holocaust machen jeden Versuch, ihn mit traditionellen Mitteln zu repräsentieren, unweigerlich zu einem aussichtslosen Unterfangen. [...] Unser Denkmal versucht, eine neue Idee der Erinnerung zu entwickeln, die sich deutlich von Nostalgie unterscheidet. [...] Heute können wir die Vergangenheit nur durch eine Manifestation in der Gegenwart verstehen.” Ach so. Jenseits des Stelenirrgartens befindet sich der Eingang zum Ort der Information. Der Besucher der bedrückenden Präsentation wird in der Lobby mit einem Zitat des Holocaust-Überlebenden Primo Levi empfangen: “Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.” Die Dokumentation des Mordens, des größten Verbrechens der Menschheitsgeschichte ist ein Baustein von vielen, die dazu beitragen können, eine Wiederholung zu verhindern.
Gleiches gilt für die gut besuchte Ausstellung Topographie des Terrors in der Niederkirchnerstraße, wo sich bis 2004 drei weitere Stelen befanden: Die Treppenhäuser des geplanten Museums, welches das seit 1987 bestehende Provisorium ersetzen sollte. Auch diese Stelen kosteten Millionen öffentlicher Gelder, die man besser in politische Bildung investiert hätte als in monströse Projekte, die doch nie geeignet sind monströse Verbrechen zu erklären.
Hier noch eine Rechenaufgabe: Zeitzeugen, wahlweise Überlebende des Holocaust oder andere Opfer braunen oder roten Terrors gehen als Referenten in Schulen. Dabei erreicht einer an einem Schultag einhundert Schüler und erhält einhundert Euro als Aufwandsentschädigung. Wie viele Schüler erreicht man, wenn man 13,9 Millionen Euro statt für ein Stelenfeld für Aufwandsentschädigungen an Referenten ausgibt?
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