Gruß aus Berlin

  •  

    Mai 2008
    M D M D F S S
    « Apr    
     1234
    567891011
    12131415161718
    19202122232425
    262728293031  
  • Archive

  • Haftungsausschluss

    Die in diesem Blog veröffentlichten Inhalte sind mit Sorgfalt recherchiert. Dennoch kann keine Gewähr für die Aktualität, Korrektheit oder Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Aus der Nutzung dieser Informationen abgeleitete Haftungsansprüche sind ausgeschlossen. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.
  • Bloggernetz - der deutschsprachige Pingdienst

Archiv für 'Freier Eintritt' Kategorie


Die Königliche Gartenakademie öffnet auf dem Gelände der Königlichen Gärtnerlehranstalt

Verfasst von antiquar am 2.5.2008

Neu eröffnet und seit heute zu besuchen ist die Königliche Gartenakademie auf dem Gelände der ehemaligen Königlichen Gärtnerlehranstalt. In einigen denkmalgerecht sanierten alten Gewächshäusern haben sich Unternehmen niedergelassen, die alles was des Gärtners Herz begehrt anbieten. Die Königliche Gartenakademie selbst bietet Kurse zur Gartengestaltung, Einzelberatung in Fragen des Gartendesigns, der Planung und der Ausführung. Ergänzt wird das Angebot der Akademie durch das nach dem Gründer der Königlichen Gärtnerlehranstalt, Peter Joseph Lenné, benannte Café Lenné, welches sich sich im ehemaligen Palmenhaus befindet. Fachkundige Führungen durch die Gartenakademie und deren alte Gemäuer bietet das Unternehmen art:berlin an. Wenn noch etwas Zeit bleibt, bietet sich ein Besuch im Botanischen Garten an, der nicht weit entfernt ist.

Königliche Gartenakademie
Altensteinstraße 15a
Berlin-Dahlem
Buslinie X83, 101, Haltestelle Königin-Luise-Platz/Botanischer Garten
U3 Dahlem-Dorf, 10 Minuten Fußweg
Geöffnet Mai - September
Montag - Freitag 9.30 Uhr - 19.30 Uhr
Samstag 9.30 Uhr - 18 Uhr
Sonntag 11 Uhr - 16 Uhr

 

Veröffentlicht in Denkmal, Freier Eintritt | Keine Kommentare »

Sonderausstellung: 50 Jahre Luftwaffe der Bundeswehr

Verfasst von antiquar am 29.4.2008

Noch bis zum 31. Dezember 2008 läuft im Luftwaffenmuseum der Bundeswehr in Berlin-Gatow (auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes Berlin-Gatow) die Sonderausstellung 50 Jahre Luftwaffe der Bundeswehr. Im restaurierten Hangar 7 wird ein Querschnitt durch die Geschichte der bundesdeutschen Luftstreitkräfte vom Ende der Nazidiktatur bis in die heutige Zeit präsentiert. Gegliedert ist die Ausstellung in fünf Zeitabschnitte, die für die Veränderung im Verhältnis der Machtblöcke zueinander im Lauf der Jahrzehnte stehen:

1.Sicherheit im Kalten Krieg: Die Bundesrepublik und ihr Beitrag zum westlichen Verteidigungsbündnis (1945–1955)
2.Im Zeichen der “Massiven Vergeltung”: Aufstellung und Ausbau der Luftwaffe (1956–1967/69)
3.Im Zeichen der “Flexiblen Antwort”: Sicherheit im Bündnis und gesellschaftliche Integration (1967/69–1989)
4.Epochenwechsel: Die Bundeswehr im Wiedervereinigungsprozess ab 1989
5.Neue Verantwortung: Eine Armee im Einsatz (1991–2005)

Neben historischem Fluggerät werden auch Dokumente gezeigt sowie technische Geräte aus den Bereichen Bewaffnung, Verteidigung, Radar, Materialinstandhaltung und Flugsicherung. Des weiteren wird nicht ganz uneigennützig das Selbstverständnis der Luftwaffe, die Pilotenausbildung und das Leitbild der Bundeswehr erläutert.

Neben dieser Ausstellung finden noch weitere aktuelle Sonderausstellungen statt. Geöffnet ist das etwas abgelegene Luftwaffenmuseum Dienstags bis Sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr, der letzte Einlaß ist um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Früher mußte man seinen Ausweis vorzeigen, heute befindet sich dazu kein Hinweis auf den Internetseiten des Museums.

Der Eingang des Museums befindet sich am Ritterfelddamm/Am Flugplatz Gatow. Wenn die BVG nicht streikt erreicht man die Haltestelle Seekorso/Luftwaffenmuseum mit der Linie 135.

Veröffentlicht in Ausstellung, Freier Eintritt, Museum | Keine Kommentare »

Zug der Erinnerung - Die aktuellen Berliner Termine und Standorte

Verfasst von antiquar am 12.4.2008

Nach langen Querelen steht nun fest, dass der Zug der Erinnerung in Berlin an folgenden Bahnhöfen stehen wird:

  • Ostbahnhof                               13. - 14. April
  • Bahnhof Lichtenberg            15. - 16. April
  • Bahnhof Schöneweide          17. - 18. April
  • Bahnhof Westhafen              19. - 20. April
  • S-Bahnhof Grunewald          21. - 22. April

Die Ausstellung ist regulär von 9 Uhr bis 19 Uhr geöffnet, die Ankunft im Ostbahnhof wird jedoch erst für Sonntag 12 Uhr erwartet.

Die Deutsche Bahn zeigt eine immense Kretivität bei der Behinderung des Zuges. Man lasse sich die Art des Gedenkens nicht vorschreiben, außerdem gebe es die von der Bahn mit Hilfe in- und ausländischer Experten gestaltete Wanderausstellung “Sonderzüge in den Tod”. Diese Ausstellung wurde zunächst ab Januar im Bahnhof Potsdamer Platz gezeigt und reist zur Zeit durch Deutschland. Die Geschichte dieser Ausstellung reicht einige Jahre zurück. In Frankreich wurde 2005 auf nahezu allen großen Bahnhöfen eine umfangreiche Ausstellung über die Deportation jüdischer Kinder nach Auschwitz gezeigt. Das Begehren der Initiatoren - darunter Barbara Klarsfeld - die Ausstellung auch auf deutschen Bahnhöfen zu zeigen, wurde von Bahnchef Hartmut Mehdorn vehement zurückgewiesen. Er fand, wie jetzt beim Zug der Erinnerung zahlreiche haltlose Gegenargumente, bis schließlich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee das Anliegen unterstützte. Daraufhin erklärte sich die Bahn bereit, eine eigene Ausstellung zu erstellen. 

Des weiteren verweist die Deutsche Bahn auf die Dauerausstellung Die Reichsbahn in Weimarer Republik und Nationalsozialismus 1920-1945 im DB Museum Nürnberg. Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis des Ausstellungskataloges läßt vermuten, dass die Verstrickung der Reichsbahn in den Holocaust eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

Veröffentlicht in Ausstellung, Freier Eintritt | Keine Kommentare »

Ausstellung “Jüdische Häftlinge im KZ Sachsenhausen 1936-1945″

Verfasst von antiquar am 7.4.2008

Im Roten Rathaus wird am 7. April um 17 Uhr eine Ausstellung über das Schicksal der jüdischen Häftlinge im “Konzentrationslager der Reichshauptstadt” eröffnet. Es sprechen ab 17 Uhr der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Günter Morsch und die Chefin der Senatskanzlei, Staatssekretärin Barbara Kisseler. Danach ist die Ausstellung, die aus Dokumenten, Zeichnungen und Texten besteht, im Eingangsbereich des Roten Rathauses Montags bis Freitags von 9 Uhr bis 18 Uhr bei freiem Eintritt zu besichtigen.

Nachdem in den ersten Jahren der Konzentrationslager kleine, provisorische Lager ausreichten mußte man später aufgrund steigender Häftlingszahlen neue Wege gehen. Es wurden weitere Lager errichtet, darunter das KZ Sachsenhausen. Häftlinge der Emslandlager errichtet es ab Sommer 1936. Laut Polizeichef Heinrich Himmler sollte es den Prototyp eines “modernen, vollkommen neuzeitlichen und jederzeit erweiterungsfähigen Konzentrationslagers” darstellen. Durch seine Konzeption als Musterlager und Ausbildungsstätte für Wachpersonal sowie seine Nähe zur Reichshauptstadt Berlin hatte es eine Sonderrolle. Zu jener Zeit waren nicht mehr ausschließlich politische Gegner inhaftiert, auch sogenannte Asoziale, Arbeitsscheue, rassisch und biologisch Minderwertige sowie Kriminelle wurden in Lager verbracht. Später kamen ausländische Zwangsarbeiter und Alliierte Kriegsgefangene hinzu, so dass sich zum einen die Häftlingsstruktur ständig wandelte, zum anderen die Gefangenenzahlen immer weiter anstiegen.

Von den insgesamt ca. 200.000 Häftlingen des KZ Sachsenhausen waren etwa 30.000 jüdischen Glaubens. Im Zuge der Novemberpogrome 1938 kamen zunächst nach unterschiedlichen Angaben 6.000 bis 10.000 jüdische Bürger nach Sachsenhausen. Von denjenigen die, bis dahin überlebten wurden die meisten im August 1939 entlassen - sofern sie zur Auswanderung bereit waren, sich diese leisten konnten und ihren Besitz dem Staat überschrieben. Ab Kriegsbeginn wurden Zivilisten aus den besetzten Gebieten interniert, später Kriegsgefangene, darunter auch viele Juden. Die meisten jüdischen Häftlinge wurden 1942 nach Auschwitz deportiert. Ausnahmen bildeten Sonderkommandos wie die nur mit Juden betriebene Fälscherwerkstatt, die im Rahmen der Aktion Bernhard englische Banknoten im Nennwert einiger Milliarden Pfund fälschte. Im Frühjahr 1945 gelangten mit der Auflösung der Arbeits- und Vernichtungslager im Osten wieder Tausende von Juden in das KZ Sachsenhausen, welches selbst schon zur Räumung vorbereitet wurde.

Zuerst waren Hunger, Kälte und Krankheit neben Mißhandlungen die Haupttodesursachen. Später starben immer mehr Menschen durch Zwangsarbeit in Sachsenhausen und seinen Außenlagern. Es folgten systematische Massentötungen, durch Erschießung und Einsatz von Gaswagen sowie einer Gaskammer. Daneben wurden medizinische Experimente durchgeführt, die meist tödlich endeten. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs räumte man das Lager und zwang die Lagerinsassen zum Marsch nach Nordwesten, in ein Waldgebiet nahe Wittstock. Dabei starben noch zahlreiche Häftlinge durch Entkräftung oder wurden erschossen, bis ihre Bewacher schließlich vor der herannahenden Roten Armee flüchteten. Von den zurückgelassenen marschunfähigen Insassen starben in den Wochen danach noch mehrere Hundert an den Folgen der KZ-Haft.

Das ehemalige KZ Sachsenhausen diente kurzzeitig als Übergangslazarett für Kriegsopfer und ehemalige Gefangene. Danach zog der sowjetische Geheimdienst NKWD mit dem Speziallager 7 ein. Nachdem dieses 1950 aufgelöst wurde, nutzte die Kasernierte Volkspolizei das Gelände. Im April 1961 kamen 100.000 Gäste zur Eröffnung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen , die seit 1993 als Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten ist.

Veröffentlicht in Ausstellung, Freier Eintritt | Keine Kommentare »

Selbstbehauptung, Widerstand, Verfolgung - Die Sozialistische Jugend Deutschlands (SJD)

Verfasst von antiquar am 4.4.2008

Der Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen lädt zu einer Ausstellung mit dem Untertitel: “Die Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken” 1945 bis 1961. Diese findet - noch bis zum 25. April -in der Berolina-Galerie des Rathauses Mitte, Karl-Marx-Allee 31 statt. Geöffnet sind die Ausstellungsräume Montags bis Freitags von 9 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt.

Erstellt wurde die Ausstellung von Dr. Falco Werkentin, dem stellvertretenden Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicheheitsdienstes in Berlin. Werkentin, Soziologe und Politikwissenschaftler forscht und publiziert seit 1991 zur Justiz- und Herrschaftsgeschichte der DDR.  Er arbeitete an der Wanderausstellung „Im Namen des Volkes? Über die Justiz im Staat der SED” mit, die seit 1994 gezeigt wurde.

Die Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken wurde 1947 von der Alliierten Kommandantur für Berlin zugelassen. Vorgängerorganisation war neben anderen die Sozialistische Arbeiterjugend SAJ, die zusammen mit der SPD 1933 von den neuen Machthabern in Deutschland verboten wurde.

Die SPD-nahe Sozialistische Jugend Deutschlands bestand bis zum Mauerbau am 13. August 1961 auf ihrem Recht, sich auch in Ost-Berlin betätigen zu dürfen. Dem entgegen stand der Alleinvertretungsanspruch der DDR-Massenorganisationen. Schon 1946 erfolgte die Vereinigung von KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) sowie die Gründung der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Die politische Betätigung anderer Gruppierungen in der Ost-Berlin war oft verboten, immer aber gefährlich. So wurde ein 18jähriger 1949 von einem sowjetischen Militärgericht für das Kleben von SPD-Wahlplakaten zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt. Ein 15jähriger aus dem Wedding wurde bei einer Demonstration von der Volkspolizei erschossen.

Nicht Gegenstand der Ausstellung ist das Verhalten der Bundesrepublik gegenüber politisch Andersdenkenden. So wurde die FDJ in der Bundesrepublik Anfang der 1950er Jahre, nachdem man zunächst Berufsverbote gegen Mitglieder verhängt hatte, kurzerhand wegen verfassungswidriger Ziele verboten. Anlaß war hier eine geplante Volksbefragung zur Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. Da der Ausgang einer solchen Volksbefragung bei dem damals - sechs Jahre nach Kriegsende - weit verbreiteten Antimilitarismus unsicher war, verbot man diese gleich mit, weil sie verfassungswidrig sei. Der Vorsitzende der FDJ in Westdeutschland erhielt eine fünfjährige Zuchthausstrafe nachdem er wegen Hochverrat angeklagt wurde. Bei einer verbotenen Kundgebung in Essen starb ein Demonstrant durch den Schuss eines Polizisten.

Die fehlende Geschichtsaufarbeitung in der alten BRD soll jedoch kein Grund sein, die nun eröffnete Ausstellung zu kritisieren - das ist eben ein anderes Thema. Die Landesbehörde für die Stasi-Unterlagen steht für eine neutrale, wohl ausgewogene Darstellung der Geschichte der SDJ in den ersten Jahren der DDR. Dies ist leider bei Publikationen zur Geschichte der DDR nicht die Regel, und auch zur SDJ findet sich kaum unabhängige Literatur.

Veröffentlicht in Ausstellung, Freier Eintritt | Keine Kommentare »

Das Haus von Hannah Höch - letztes Fragment des Flughafen Schulzendorf

Verfasst von antiquar am 3.4.2008

Am heutigen Tag wird im Heimatmuseum Reinickendorf mit einer Vernissage die Sonderausstellung Das Haus von Hannah Höch eröffnet. Gezeigt werden bis zum 1. Juni Aufnahmen des Hauses, die im Juni 1978 entstanden. Fotograf war Rainer König, Professor an der Hochschule der Künste und Neffe von Hannah Höch, die das Haus von 1939 bis zu ihrem Tod im Mai 1978 bewohnte. Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt Mo 9-13.30 Uhr, Di-Fr und So 9-16 Uhr geöffnet.

Das Haus An der Wildbahn 33 / An der Hasenfurt 1 ist als Baudenkmal unter Denkmalschutz gestellt. Es wurde 1912 als Wärterhäuschen für den von 1911 bis 1919 genutzten Flugplatz Schulzendorf erbaut. Nachdem Hannah Höch mittels einer Erbschaft das Gebäude erwarb, nutzte Sie es zum als Atelier- und Wohnhaus. Der Garten sicherte der als Kulturbolschewistin bezeichneten und für ihre “Entartete Kunst” geschmähten Künstlerin während Diktatur und Nachkriegszeit das überleben. Im Verlauf von vierzig Jahren entwickelte sich dieser auch zu einem wesentlichen Teil ihres künstlerischen Schaffens. Heute wird das Gelände vom Künstlerhaus Hannah Höch e.V. betreut, der nach vorheriger Anmeldung Führungen anbietet.

Veröffentlicht in Ausstellung, Denkmal, Freier Eintritt, Museum | Keine Kommentare »

Zug der Erinnerung in Berlin - leider auf dem Abstellgleis?

Verfasst von antiquar am 3.4.2008

Nachdem der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn die Ausstellung “Sonderzüge in den Tod” erst nach langen öffentlichen Diskussionen und nach Intervention des Verkehrsministers Tiefensee auf die Bahnhöfe ließ, findet das Trauerspiel Erinnerungskultur der Deutschen Bahn eine Fortsetzung. Darüber berichtete gestern das abendschaublog. Wieder ist es eine private Initiative, die an die unter Beteiligung der Deutschen Reichsbahn verübten Verbrechen erinnert - und wieder versucht Hartmut Mehdorn mit allen Mitteln gegen die Aktion vorzugehen. Der gemeinnützige Verein Zug der Erinnerung wandte sich an das Bundesverkehrsministerium, mit der Bitte um Erlaß der anfallenden Kosten für die Nutzung der Bahn-Infrastruktur. Dieses lehnte unter Verweis auf die wirtschaftliche Eigenverantwortung der Bahn das Ansinnen ab, stellte jedoch Geld für den Aufenthalt des Zuges in Berlin zur Verfügung. Die Ablehnung ist verständlich, zuständig für eine solche Kostenbefreiung ist der Leistungserbringer Deutsche Bahn, nicht die Aufsichtsbehörde.

Seit dem 9. November 2007 ist der Zug unterwegs auf seiner Fahrt nach Auschwitz. Die Deutsche Bahn verlangt für die Nutzung von Schiene und Bahnhöfen ca. 3,50 Euro pro Kilometer, 5,- Euro für jede Stunde Standzeit und 450 Euro für jeden Ausstellungstag. Sie verweist auf die Rechtslage, die eine Gleichbehandlung aller Eisenbahnunternehmen vorschreibe. Da der Zug, bestehend aus einer Dampflok und zwei Ausstellungswagen, von einem anderen Unternehmen auf die Schiene gebracht wurde, ist die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben verpflichtet die Entgelte in Rechnung zu stellen. Mehrere Bundestagsabgeordnete aller Parteien appelierten an Bahnchef Mehdorn, die Kosten für den Ausstellungszug zu erheben und den Betrag anschließend zu spenden. Dieses Anliegen wurde von Otto Wiesheu (DB-Vorstand Wirtschaft und Politik) zurückgewiesen, man werde sich öffentlichem Druck nicht beugen.

Da die Reise des Zuges nicht verhindert werden kann, bemühen sich die Verantwortlichen der Bahn ihn zu behindern wo sie nur können.  In Köln wurden die Standzeiten nicht verlängert, in Hamburg sollte die Dampflok aus Sicherheitsgründen nicht in den Bahnhof - dort scheint es keine Rangierloks zu geben. In Berlin wird die Nutzung des Hauptbahnhofs aus dem selben Grund verweigert, auch der Hauptdeportationsort Berlins, der Bahnhof Grunewald soll nicht angefahren werden. Aus der Sicht des Vorstandes Mehdorn ist ein solches Gedenken in der Form auch gar nicht nötig. So sagte er schon im Zusammenhang mit der Ausstellung Sonderzüge in den Tod dass dieses Thema nicht auf einen hektischen Bahnhof gehört. Außerdem habe die Bahn schon eine Dauerausstellung im DB Museum in Nürnberg.

Durch diese Posse sind sowohl der Zug der Erinnerung als auch die Bahn nun schon seit Wochen in der Presse präsent, was zumindest für die Ausstellung eine gute Öffentlichkeitsarbeit ist. Aufgrund der Blockadehaltung der Bahn sind die folgenden Termine für den Berliner Aufenthalt nur unverbindlich, genaueres wird man der Tagespresse oder der Intenetseite des Zuges der Erinnerung entnehmen können.

Vom 13.-14. April im Hauptbahnhof
Vom 15.-16. April in Berlin Lichtenberg
Vom 17.-18. April in Berlin Schöneweide
Vom 19.-20. April in Berlin Westhafen/Putlitzbrücke
Vom 21.-22. April in Berlin Grunewald

Sollte es denn mit dem Besuch der Ausstellung nicht klappen, empfehle ich das Buch Mit der Reichsbahn in den Tod von Heiner Lichtenstein.

Veröffentlicht in Ausstellung, Freier Eintritt | Keine Kommentare »

26. März 1898 - Deutsche Orient-Gesellschaft beginnt Ausgrabungen in Babylon

Verfasst von antiquar am 26.3.2008

Unter der Leitung des Archäologen Robert Koldewey beginnen in Babylon Ausgrabungen, die bis 1917 andauern. Dann werden sie wegen des Ersten Weltktieges abgebrochen.

Auftraggeber der Grabungen ist die Deutsche Orient-Gesellschaft, die 1898 eigens für die Förderung der Erforschung von Geschichte und Kulturen des Vorderen Orients und die Verbreitung von diesbezüglichen Forschungsergebnissen gegründet wurde. Initiator und Finanzier ist zunächst - neben anderen wohlhabenden Kunstmäzenen - James Simon. Er leitet auch die Deutsche Orient-Gesellschaft in enger Zusammenarbeit mit Wilhelm von Bode, dem Direktor der Berliner Museen. Ab 1901 übernimmt Kaiser Wilhelm II. das Protektorat über die Gesellschaft

Während der Ausgrabungen in Babylon werden zahlreiche bedeutende Bauwerke freigelegt, darunter das im Vorderasiatischen Museum auf der Museumsinsel ausgestellte Ischtar-Tor, die Prozessionsstraße und die Thronsaalfassade des Königs Nebukadnezar II.

Diese können im Rahmen der Dauerausstellung besichtigt werden, Donnerstags von 18.00 bis 22.00 auch bei freiem Eintritt. Da vom 26. Juni bis 5. Oktober 2008 die Sonderausstellung “Babylon. Mythos und Wahrheit” zu sehen ist, muß in diesem Zeitraum auch Donnerstagabends Eintritt gezahlt werden.

Veröffentlicht in Freier Eintritt, Jahrestag, Museum | Keine Kommentare »